Wimbledon

Keine Punkte, kein Federer, aber sehr viel Geld

27. Juni 2022, 06:57 Uhr
Der russische Krieg in der Ukraine prägt auch Wimbledon. Es fehlen die Weltnummer 1 Daniil Medwedew und vor allem die Weltranglisten-Punkte. Der Favorit wäre Novak Djokovic aber auch sonst gewesen.
Titelverteidiger und erneut der grosse Favorit: Novak Djokovic in Wimbledon
© KEYSTONE/EPA/TOLGA AKMEN

Weltnummer 1

Erstmals seit 2009, als Rafael Nadal verletzt war, fehlt die Nummer 1 der Welt. Und erstmals ist der Grund der Ausschluss durch die Turnierverantwortlichen. Aus diesem Grund gibt es auch keine ATP- respektive WTA-Punkte zu gewinnen. Ironischerweise sichert ausgerechnet dies Medwedew den Verbleib an der Spitze. Novak Djokovic wird weitere 2000 Punkte verlieren, die er nicht ersetzen kann. Aus den Top Ten fehlen neben dem Russen auch sein Landsmann Andrej Rublew sowie die Vorjahres-Halbfinalistin Aryna Sabalenka aus Weissrussland.

Rekord-Preisgeld

Um dennoch attraktiv zu bleiben schüttet Wimbledon ein Rekord-Preisgeld von 40,35 Millionen Pfund (gut 47,5 Mio. Franken) aus. Freiwillig verzichten denn auch keine nennenswerten Spieler auf die Teilnahme.

Rekord-Sieger

1998 hat Roger Federer im Alter von 17 Jahren zum ersten Mal im Haupttableau von Wimbeldon aufgeschlagen. 22 Mal in Folge (2020 fad die Austragung wegen Corona nicht statt) nahm der bald 41-jährige Schweizer teil. Dabei gewann er das Turnier acht Mal. Rekord! Zum Vergleich: 1998 wurde der EV Zug das erste Mal Schweizer Meister.

Titelverteidiger

Novak Djokovic ist auf Rasen seit 2017 (Niederlage im Viertelfinal gegen Tomas Berdych) ungeschlagen. 2018, 2019 und 2021 gewann der Serbe seine Titel Nummer vier bis sechs (2020 fiel das Turnier wegen des Coronavirus aus). Djokovic liegt damit nur noch zwei Siege hinter dem Rekord-Champion Roger Federer.

Überfliegerin

Bei den Frauen verteidigt Ashleigh Barty ihren Titel aus dem Vorjahr nach ihrem überraschenden Rücktritt nicht. Ihre Nachfolgerin als Weltnummer 1, Iga Swiatek, reist mit einer Siegesserie von 35 Matches nach London. In Wimbledon kam die 21-jährige Polin in allerdings auch erst zwei Anläufen noch nie über die Achtelfinals hinaus. Das Frauentableau ist deshalb weit offener als noch in Paris.

Rückkehr

Rafael Nadal könnte in Wimbledon den dritten von vier Schritten zum Jahres-Grand-Slam machen und seinen Vorsprung als erfolgreichster Tennisspieler der Geschichte auf 23 Titel ausbauen und Federer und vor allem Djokovic (je 20) weiter distanzieren. Der lädierte Fuss und die für ihn generell meist schwierige Unterlage machen das Unterfangen aber schwierig. Nadal ist als Nummer 2 gesetzt und kommt damit immerhin zu einem sanften Einstieg ins Turnier. Zu den ungesetzten Spielern, deren Weg bestimmt keiner früh kreuzen will, gehören Andy Murray, Nick Kyrgios und Serena Williams. Die siebenfache Siegerin Williams unternimmt im Alter von 40 Jahren einen neuerlichen Anlauf, um mit einem 24. Grand-Slam-Titel mit der Rekordhalterin Margaret Court gleichzuziehen.

Neu

Erstmals ist der mittlere Sonntag nicht mehr grundsätzlich spielfrei. Viermal fanden an diesem Sonntag Matches statt, jedes Mal war der grosse Rückstand wegen Regens schuld. Das bedeutet, dass es keinen «Manic Monday» mit allen Männer- und Frauen-Achtelfinals mehr gibt, sondern diese auf Sonntag und Montag verteilt werden. Zudem gibt es neu im fünften Satz bei 6:6 ein Match-Tiebreak auf zehn Punkte.

(sda/red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Juni 2022 06:57
aktualisiert: 27. Juni 2022 06:57
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