US Open

Naomi Osaka besteht Härtest gegen Teenager Kostjuk

5. September 2020, 06:35 Uhr
Sieben Spiele. Sieben Masken. Sieben Namen, mit denen sie am Turnier den Opfern von Polizeigewalt in den USA gedachte.
© KEYSTONE/AP/Seth Wenig
Naomi Osaka und Angelique Kerber qualifizieren sich am US Open in New York als erste der Favoritinnen für die zweite Woche. Osaka kämpft gegen Marta Kostjuk auch mit einer Verletzung am Oberschenkel.

Im dritten Satz boten sich der Ukrainerin Kostjuk (WTA 137) fünf Breakbälle zum 3:1, die Osaka aber alle abzuwehren vermochte. Danach war der Widerstand der 18-Jährigen aus Kiew gebrochen, in den letzten vier Games überliess die Japanerin ihrer Widersacherin nur noch drei Punkte und zog nach gut zweieinhalb Stunden mit 6:3, 6:7 (4:7), 6:2 doch noch relativ souverän in die Achtelfinals ein.

Nicht nur Kostjuk machte der US Open-Siegerin von 2018 und ehemaligen Nummer 1 der Welt zu schaffen. Osaka hatte von Beginn an den linken Oberschenkel dick einbandagiert. Den Final vor einer Woche im nach New York verlegten Turnier von Cincinnati hatte die 22-jährige Japanerin wegen einer Achillessehnenverletzung nicht bestreiten können.

Osaka konnte nach der Partie nicht genau erklären, wie sie sich aus der heiklen Situation befreit hatte. «Wahrscheinlich habe ich mehr Erfahrung in solchen Matches als sie.» Sie lobte ihre Gegnerin für deren starke Leistung. «Es macht mir Angst, wenn ich daran denke, wie stark sie in der Zukunft wohl sein wird.» Kostjuk setzte der Nummer 4 der Setzliste auch körperlich zu. Sie sei sehr müde, sagte Osaka, die in den Achtelfinals auf die Estin Anett Kontaveit trifft. «Ich möchte unbedingt ins Eisbad und hoffe, dass dies als ‹Notfall› angesehen wird.» Das Eisbad auf der Anlage darf aufgrund der strikten Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen nur im Notfall benützt werden.

Wie in den beiden Partien zuvor trug Osaka eine Maske mit dem Namen eines der Opfer von polizeilicher Gewalt gegen Afroamerikaner. «Ahmaud Arbery» stand in weisser Schrift auf schwarzem Grund auf der Maske Osakas. «Ich will, dass alle diese Namen kennen», so die Japanerin, die sich in den letzten Monaten im Zuge der «Black-Lives-Matter»-Bewegung wiederholt öffentlich geäussert hatte. Alle Fälle wären zu verhindern gewesen, sagte die zweifache Grand-Slam-Siegerin. «Sie hätten alle nicht passieren dürfen.»

Vor Osaka hatte sich mit Angelique Kerber bereits eine andere frühere US Open-Siegerin für die zweite Woche qualifiziert. Die 32-jährige Deutsche setzte sich gegen Ann Li aus den USA ohne Probleme 6:3, 6:4 durch und hat in Flushing Meadows noch keinen Satz abgegeben. Am Sonntag trifft sie mit Jennifer Brady auf eine weitere Amerikanerin. Diese siegte gegen die Französin Caroline Garcia 6:3, 6:3.

Verzögerung bei Zverev gegen Mannarino

Bei den Männern zogen David Goffin und Pablo Carreño Busta als erste Spieler in die Runde der letzten 16 ein. Der Belgier Goffin besiegte den Serben Filip Krajinovic ebenso in drei Sätzen wie der Spanier Carreño Busta, US Open-Halbfinalist 2017, den Litauer Ricardas Berankis.

Der Beginn der Partie zwischen dem Deutschen Alexander Zverev und dem Franzosen Adrian Mannarino wurde um einige Stunden verschoben, über die Gründe für die Verspätung machten die Veranstalter keine konkreten keine Angaben. Es seien Diskussionen mit Gesundheitsfunktionären geführt worden, schrieb die USTA in einem Statement nur. Mannarino gehört zu jener Gruppe von bis zu elf Spielern, die sich innerhalb der Blase zusätzlich in Quarantäne hatten begeben müssen, da sie Kontakt zu Benoît Paire hatten, der positiv auf das Coronavirus getestet und deshalb vom US Open ausgeschlossen worden war.

Quelle: sda
veröffentlicht: 4. September 2020 23:55
aktualisiert: 5. September 2020 06:35