Davis Cup

Schweizer Davis-Cup-Team will sich wieder nach oben orientieren

6. März 2022, 11:21 Uhr
Das Schweizer Davis-Cup-Team will sich wieder nach oben orientieren. Auch der traditionsreiche Team-Wettbewerb scheint ein Erfolg versprechendes Format gefunden zu haben.
Erfreuliche Aussichten: das Schweizer Davis-Cup-Team mit (v.l.) Dominic Stricker, Captain Severin Lüthi, Marc-Andrea Hüsler, Alexander Ritschard und Henri Laaksonen
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Marc Andrea Hüsler ist geradezu euphorisch, wenn er über den zweiten Tag der am Ende 3:1 gewonnenen Begegnung mit dem Libanon in Biel spricht. Mit zwei sicheren Zweisatz-Siegen im Doppel und durch den Teamleader Henri Laaksonen im dritten Einzel manövrierten sich die Schweizer am Samstag aus einer potenziell heiklen Situation - nachdem die Schweizer am Freitag die ersten drei Sätze verloren hatten.

«Im Doppel können wir auch die Besten der Welt schlagen», meinte Hüsler also. Wir, das sind der 25-jährige Zürcher und der sechs Jahre jüngere Teenager Dominic Stricker. Hüsler mag ein wenig übertreiben, aber vor allem auf schnellen Belägen wie in Biel sind die beiden nur sehr schwer zu breaken. In zwei Davis-Cup-Partien verloren sie noch kein Aufschlagspiel.

Die Gegner werden besser

Die Gegner waren mit Estland im letzten September und nun dem Libanon allerdings auch bescheiden. Dennoch gibt es nun Gründe für Optimismus. «Die Breite ist grösser als noch vor ein paar Jahren», stellt der langjährige Captain Severin Lüthi fest. Die echte Bewährungsprobe folgt aber im September, wenn das Team von Lüthi zurück in der Weltgruppe darum kämpft, im kommenden Frühjahr um die Qualifikation für das Finalturnier der besten 16 Equipen zu spielen. Die Gegner in der nächsten Begegnungen werden von höherer Güteklasse sein als die letzten. Mögliche Hürden sind Tschechien, Japan, Brasilien, Österreich oder die Slowakei.

«Vielleicht kommen die starken Gegner noch zu früh», mutmasst Lüthi. «Aber ein paar der möglichen Gegner können wir sicher schlagen.» Die Auslosung erfolgt Ende März. Bis im Herbst sollte dann auch wieder mit Zuschauern gespielt werden können.

Modus gefällt Spielern und Zuschauern

Denn: «Der einzige Wermutstropfen bei unserem Sieg war, dass wir nur rund 150 geladene Gäste in die Halle lassen durften», stellt Swiss-Tennis-Präsident René Stammbach fest. «Aber der internationale Verband musste Regeln für 210 Länder aufstellen, und nicht überall ist die Pandemie-Situation gleich.»

Zufrieden ist Stammbach, der auch Vizepräsident des Internationalen Verbands ITF ist, mit der Entwicklung des Davis Cups und seines neuen Formats. Neu finden die Gruppenspiele des Finalturniers mit vier Vierer-Gruppen an vier verschiedenen Austragungsorten im September statt, die K.o.-Runden mit Viertel-, Halbfinals und Final im November an einem Ort, in diesem Jahr wohl im arabischen Raum.

«In Turin war die Stimmung im letzten Jahr hervorragend», freut sich Stammbach. «In Innsbruck musste leider ohne Zuschauer gespielt werden.» Und: «Die Spieler stehen hinter dem neuen Format», sagt Stammbach. Nach einigen Jahren der Pröbelei scheint man nun einen zukunftsträchtigen Modus gefunden zu haben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. März 2022 11:21
aktualisiert: 6. März 2022 11:21
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