Wawrinka, Federer und Bencic sind weiter

9. Mai 2019, 19:30 Uhr
Stan Wawrinka steht in Madrid im Viertelfinal
Stan Wawrinka steht in Madrid im Viertelfinal
© KEYSTONE/AP/ANDREA COMAS
Es war Schweizer Tag bei den hoch dotierten Turnieren in Madrid. Roger Federer bestand den Härtetest gegen den Franzosen Gaël Monfils nach abgewehrten Matchbällen, Stan Wawrinka und Belinda Bencic überzeugten gegen die Japaner Kei Nishikori und Naomi Osaka.

Wenig fehlte, und Federers Rückkehr nach drei Jahren auf den Sand wäre nach dem zweiten Auftritt zu Ende gewesen. Doch der Baselbieter zog mit dem 6:0, 4:6, 7:6 (7:3) im Achtelfinal gegen Monfils den Kopf aus der Schlinge.

Im ersten Satz, den er in lediglich 19 Minuten für sich entschieden hatte, knüpfte Federer nahtlos an die Vorstellung zwei Tage zuvor an, als er Monfils' Landsmann Richard Gasquet klar in zwei Sätzen bezwungen hatte. Alles schien angerichtet für einen weiteren Durchmarsch des Weltranglisten-Dritten.

Doch mit der krassen Überlegenheit war es mit Beginn des zweiten Durchgangs vorbei. Aus dem vermeintlich neuerlichen Spaziergang wurde ein echter Härtetest, den Federer nur mit viel Mühe bestand. Monfils fand immer besser ins Spiel. Zudem unterliefen Federer zu viele unerzwungene Fehler, um das Geschehen auf dem Center Court weiter zu dominieren.

Wende nach 1:4

Doch als vieles für Monfils sprach und er im dritten Satz mit Break 4:1 vorne lag, vermochte sich Federer wie schon so oft in einer heiklen Situation nochmals zu steigern - und das Blatt zu wenden. Nach zwei abgewehrten Matchbällen beim Stand von 5:6 war er im Tiebreak vom ersten Ballwechsel weg Herr der Lage.

Im Viertelfinal trifft Federer auf den Österreicher Dominic Thiem. Gegen die Nummer 5 der Weltrangliste hat Federer das letzte Duell Mitte März im Final in Indian Wells verloren. Thiem ist einer der wenigen Spieler, die gegen Federer eine positive Bilanz vorweisen können. In den Direktvergleichen führt er mit 3:2 Siegen.

Wawrinka könnte auf Nadal treffen

Weit weniger Mühe bekundete Wawrinka für das 6:3, 7:6 (7:3) gegen Nishikori. Für den Waadtländer, dessen Formkurve weiter nach oben zeigt, war es der zweite Sieg in Folge gegen den Weltranglisten-Siebten. Schon im Februar im Halbfinal des Turniers in Rotterdam hatte er gegen den Japaner die Oberhand behalten. Viertelfinal-Gegner von Wawrinka ist der Spanier Rafael Nadal oder der junge Amerikaner Frances Tiafoe.

Beeindruckende Belinda Bencic

Schon im Halbfinal steht Belinda Bencic. Die Ostschweizerin zeigte beim 3:6, 6:2, 7:5 gegen die Weltranglisten-Erste Naomi Osaka eine in allen Belangen beeindruckende Leistung.

Der zweite Sieg in Folge gegen Osaka nach dem deutlichen Achtelfinal-Erfolg im März in Indian Wells kam einer bestandenen Reifeprüfung gleich. Belinda Bencic bewies, dass sie nicht nur ihre körperliche Fitness auf dieses Jahr verbessert, sondern auch an mentaler Stärke dazugewonnen hat. Diese Steigerung erlaubte ihr, auf schwächere Phasen zu reagieren - so auf den verlorenen ersten Satz, in dem sie die Entscheidung zu ihren Ungunsten mit einem Doppelfehler und dem damit verbundenen Serviceverlust zum 3:5 einleitete. So auch im zweiten Durchgang, als sie die Ruhe bewahrte, nachdem sie einen ersten Break-Vorsprung preisgegeben hatte. Und vor allem auch gegen Ende der Partie mit dem Ausgleich zum 5:5, als Naomi Osaka zum Sieg aufschlug.

Die Japanerin, die Gewinnerin der letzten zwei Grand-Slam-Turniere in Flushing Meadows und Melbourne, muss nach der erneuten Niederlage gegen die Ostschweizerin um die Führung im Ranking bangen. Gewinnt Simona Halep das Turnier in Madrid, wird sie am Montag wieder als Nummer 1 geführt werden. Dieses Szenario könnte Belinda Bencic allerdings verhindern. Die Rumänin ist am Freitag ihre Gegnerin im Halbfinal. Im Direktvergleich mit Naomi Osakas Vorgängerin als Weltranglisten-Erste führt Belinda Bencic mit 2:1 Siegen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 9. Mai 2019 17:51
aktualisiert: 9. Mai 2019 19:30