Thun scheidet gegen Spartak Moskau nach Halbzeitführung aus

15. August 2019, 21:20 Uhr
Stefan Glarner (links) im Duell mit Spartaks Selimchan Bakajew
© KEYSTONE/EPA/SERGEI CHIRIKOV
Thun scheitert in der Europa-League-Qualifikation an Spartak Moskau. Die Berner Oberländer verlieren das Rückspiel in Moskau nach Halbzeitführung 1:2 und scheiden mit dem Gesamtskore von 3:5 aus. Furchtlos sollten die Thuner in Moskau auftreten, «mit der Einstellung, Spartak zu dominieren».

So sagte es Trainer Marc Schneider im Vorfeld untypisch unschweizerisch. Die Umsetzung gelang den Bernern vorzüglich. Aber nur 45 Minuten lang. Dann ebnete erneut ein Geschenk von Thuns Goalie Guillaume Faivre den Russen den Weg in die Playoffs.

51 Minuten waren gespielt - die Thuner waren bis dahin besser, sie führten, hatten eine grosse Chance zum 2:0 vergeben und brauchten noch ein weiteres Tor -, als Faivre für einen Augenblick unkonzentriert war. Er wollte einen harmlosen Ball von André Schürrle aus der Luft pflücken und war mit dem Kopf wohl schon bei der schnellen Angriffsauslösung. Der Ball fiel ihm aus den Händen und vor die Füsse von Ezequiel Ponce, der zum Ausgleich einschob.

Der Treffer wog schwer für die Thuner - zu schwer auch deshalb, weil Simone Rapp kurz darauf zum zweiten Mal alleine vor Spartaks Goalie Alexander Maximenko scheiterte und André Schürrle wenig später einen der wenigen flüssigen Spartak-Vorstösse zum 2:1 vollendete. Für Faivre war es doppelt bitter. Mit einem Fehlpass hatte er schon vor einer Woche einen Gegentreffer, das 0:1, eingeleitet.

Wie beim 2:3 im Hinspiel waren die Thuner dem russischen Schwergewicht keineswegs unterlegen. Anders als vor einer Woche glückte diesmal der Einstieg auch resultatmässig. Stefan Glarner brachte die Gäste in der 7. Minute nach einem Ableger von Rapp mit einer wunderschön ins lange Eck platzierten Direktabnahme von der Strafraumgrenze in Führung. In der Folge boten sich Joss, Hefti und Rapp weitere Möglichkeiten. Rapp hätte in der 44. Minute nach perfektem Steilpass von Basil Stillhart treffen müssen, schoss aber Maksimenko an.

Spartak seinerseits wurde bis zum aufgelegten Führungstreffer nur einmal gefährlich. Einen Weitschuss von André Schürrle, Spartaks Bestem, lenkte Faivre nach einer Viertelstunde an die Latte. Nach 180 überwiegend starken Minuten blieb Thun die Erkenntnis, dass Fehler auf internationalem Niveau gnadenlos bestraft werden.

33'076 Zuschauer. - SR Jovanovic (SRB). - Tore: 7. Glarner (Rapp) 0:1. 52. Ponce 1:1. 58. Schürrle (Mirsow) 2:1.

Spartak Moskau: Maksimenko; Eschtschenko, Gigot, Dschikija, Ayrton; Sobnin, Schürrle (88. Ananidse), Guljew; Bakajew (77. Melkadse), Ponce, Mirsow (70. Melgarejo).

Thun: Faivre; Glarner, Havenaar, Sutter (79. Salanovic), Joss (71. Munsy); Kablan, Fatkic (63. Gelmi), Stillhart, Hefti; Castroman, Rapp.

Bemerkungen: Spartak Moskau ohne Rekordtransfer Til (noch nicht spielberechtigt), Thun ohne Tosetti, Hediger, Ziswiler, Karlen, Chihadeh und Bigler (alle verletzt). 14. Faivre lenkt Schuss von Schürrle an die Latte. Verwarnungen: 48. Guljew (Foul). 62. Havenaar (Foul). 89. Kablan (Foul).

Quelle: SDA
veröffentlicht: 15. August 2019 20:50
aktualisiert: 15. August 2019 21:20