Verkehrsdelikt: Jens Lehmann kommt mit milderer Geldstrafe davon

9. November 2016, 16:20 Uhr
Scheint auch als Autofahrer die Herausforderung zu suchen: Ex-Goalie und Fussballexperte Jens Lehmann.
Scheint auch als Autofahrer die Herausforderung zu suchen: Ex-Goalie und Fussballexperte Jens Lehmann.
© Keystone/EPA DPA/MATTHIAS BALK
Einst stand er im Tor der deutschen Fussballnati, heute gibt Jens Lehmann sein Expertenwissen im Fernsehen preis. Auch am Steuer seines Autos liebt er die Dominanz. Wegen dreier Verstösse im Strassenverkehr stand er nun vor Gericht - und kam milde davon.

Der 46-Jährige müsse wegen Beihilfe zur Unfallflucht umgerechnet 46'000 Schweizer Franken zahlen, urteilte am Mittwoch das Amtsgericht Starnberg in Oberbayern. Lehmann war im vergangenen Herbst als Beifahrer in der Münchner Innenstadt in einen Auffahrunfall verwickelt worden und hatte sich geweigert, den Zusammenstoss von der Polizei aufnehmen zu lassen.

Bei der Verhandlung ging es zunächst um ein Delikt im Zusammenhang mit einer anderen Autofahrt vor zwei Jahren. Die Staatsanwaltschaft warf Lehmann Nötigung und versuchte Körperverletzung im Strassenverkehr vor; dieses Verfahren wurde jetzt aber eingestellt.

Laut einem Strafbefehl stieg Lehmann damals nahe seinem Wohnort am Starnberger See aus seinem Wagen aus und packte einen anderen Autofahrer am Schal, nachdem er dessen Wagen aus Verärgerung über die Fahrweise überholt und ausgebremst hatte. Dafür sollte der vermögende Ex-Fussballprofi umgerechnet rund 260'000 Schweizer Franken bezahlen.

Weil er den Strafbefehl nicht akzeptierte, kam es zum Prozess. Vor Gericht schilderte Lehmann den Fall so: Er sei von seinem Kontrahenten bedrängt worden, der ganz dicht an ihm vorbeigefahren sei. «Ich hatte das Gefühl, dass er mich rammen wollte», sagte der Ex-Fussballprofi. «Ich habe mich zu Tode erschreckt.»

Sein Kontrahent hielt als Zeuge dagegen, dass Lehmann ihn an der Autobahnausfahrt mit seinem Auto ausgebremst habe. Dann sei Lehmann ausgestiegen, «hat irgendetwas gebrüllt und mich am Hals gepackt». Erst als er als Angegriffener auf die Hupe gedrückt habe, «hat er losgelassen», schilderte der Starnberger Autohändler den Vorfall aus seiner Sicht.

Eine Sitzungsunterbrechung am Mittag nutzten Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu einer Verständigung: Das Verfahren um den Streit vor zwei Jahren wurde eingestellt. Ebenso ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung: Lehmann soll im Frühjahr bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Autobahn Salzburg-München (A8) geblitzt worden sein, aber einen anderen Mann als Fahrer angegeben haben.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 9. November 2016 11:41
aktualisiert: 9. November 2016 16:20