Bob

Vogt auch in seiner zweiten Weltcup-Saison noch ein Lehrling

6. Dezember 2019, 08:44 Uhr
Will auch in seiner zweiten Weltcup-Saison locker an den Start gehen: der Schwyzer Bob-Pilot Michael Vogt
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Mit 21 Jahren ist Bobpilot Michael Vogt immer noch ein Lernender. In seiner Premierensaison verblüffte der Schwyzer mit unerwartet guten Resultaten. Nun folgt die Saison der Bestätigung.

Da staunt selbst der zweifache Weltmeister Ivo Rüegg. «Ich habe noch nie einen jungen Bobpiloten gesehen, der so schnell lernt», lobt der Tuggner, der den aus dem Nachbardorf Wangen stammenden Vogt früh unter seine Fittiche nahm. Tatsächlich war der ehemalige Leichtathlet in der letzten Saison nach den Rücktritten aller arrivierten Piloten und nur gerade acht Einsätzen im Europacup nur eine Notlösung, schlug sich aber in der Elite über Erwarten gut. Mit einem 4. Platz in St. Moritz und dem 5. bei der WM als Glanzlichter. Das tiefe Tal in der Schweizer Traditions-Sportart scheint also schneller durchschritten, als selbst die grössten Optimisten erwartet hatten.

Nun folgt aber die schwierige Saison der Bestätigung. Nervös machen lässt sich der gelernte Polymechaniker, der in diesem Sommer die Spitzensportler-RS absolviert hat, aber nicht. «Wir wollen versuchen, es mit der Lockerheit des letzten Jahres zu nehmen», erklärt Vogt. «Das hat ja sehr gut funktioniert.» Deshalb will er sich auch nicht zusätzlich unter Druck setzen. Regelmässig in die Top Ten fahren, formuliert er als Ziel. Im letzten Winter gelang ihm dies insgesamt dreimal. «Wir haben auch jetzt noch viel zu lernen», ist er sich bewusst.

Eine Herausforderung ist mit Sicherheit der Wechsel des Cheftrainers. Der allseits anerkannte Österreicher Wolfgang Stampfer nahm in der Heimat eine neue Herausforderung an und wurde durch den Tschechen Petr Ramseidl ersetzt.

Nach der Verschiebung des Weltcup-Starts um eine Woche wegen der technischen Probleme in Park City geht es nun am Wochenende in Lake Placid mit zwei Zweierbob-Rennen los, eine Woche später folgen gleichenorts zwei Wettkämpfe mit dem grossen Schlitten. Vogt und seine Anschieber weilen bereits seit fast vier Wochen in Nordamerika. Sie trainierten auf der Olympia-Bahn von 1980, auf der auch die übernächste WM stattfindet, und nahmen erfolgreich an Rennen des Nordamerika-Cups teil. Dazwischen schliffen sie in Boston nochmals eine Woche an der Physis, die durch diverse kleinere Verletzungen im Sommer noch nicht ganz auf dem gewünschten Niveau ist.

Nachwuchs drängt nach

Bei den vier Weltcup-Rennen vor Weihnachten in Nordamerika ist Vogt das einzige Schweizer Team am Start. Druck hat er dennoch, denn aus dem Europacup, in dem Christoph Langen das Zepter führt, drängen gleich eine ganze Reihe Nachwuchstalente nach oben. Der Walliser Michael Kuonen, der Solothurner Simon Friedli, der Neuenburger Yann Moulinier, alles ehemalige Anschieber, der Zuger Timo Rohner und der Engadiner Cédric Follador kämpfen um die Chance, in den Weltcup aufzusteigen. Kein Wunder, lautet eines der Ziele von Michael Vogt: «Die ganze Saison im Weltcup fahren.»

Bei den Frauen ist die Zürcherin Martina Fontanive die einzige weltcup-taugliche Schweizer Pilotin. Der letzte Winter verlief für die 33-jährige Zürcherin wegen gesundheitlicher Rückschläge und Materialproblemen wenig befriedigend. Nun hat sie einen neuen Schlitten gekauft und will sich der Weltspitze wieder annähern. So wie im Januar 2018, als sie beim Weltcup in St. Moritz auf den 5. Platz fuhr. Der Start gelang am Nordamerika-Cup mit einem 3. und einem 5. Rang schon mal viel versprechend.

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. Dezember 2019 08:35
aktualisiert: 6. Dezember 2019 08:44