Vogt vor seiner WM-Premiere

1. März 2019, 21:30 Uhr
Vor dem Höhepunkt einer gelungenen Premieren-Saison im Weltcup: der 21-jährige Bobpilot Michael Vogt
Vor dem Höhepunkt einer gelungenen Premieren-Saison im Weltcup: der 21-jährige Bobpilot Michael Vogt
© KEYSTONE/URS FLUEELER
WM-Medaillen liegen für die Schweizer Bob-Piloten in Whistler ausser Reichweite. Michael Vogt will aber an seinen ersten Titelkämpfen seine vielversprechenden Resultate im Weltcup bestätigen. Eine WM-Premiere in Whistler ist schon speziell genug.

Die Olympiabahn von 2010 an der kanadischen Pazifik-Küste gilt als schnellste der Welt. «Je schneller desto besser», meint Michael Vogt aber mit einem Lächeln. Der 21-jährige Schwyzer ist wohl der jüngste Schweizer WM-Debütant der Geschichte - und er lässt sich nicht einschüchtern. Vogt hat durchaus Grund, optimistisch zu sein.

Zum einen verlief seine erste Saison im Weltcup durchaus erfreulich, obwohl er gleich im ersten Wettkampf in Sigulda stürzte. Danach aber übertraf Vogt, der zuvor auch im Europacup erst acht Rennen gefahren hatte, bevor er ins kalte Wasser geworfen wurde, die Erwartungen. Er wollte zunächst regelmässig in die Top 20 fahren. Das gelang in jedem Rennen, zuletzt gab es in St. Moritz (4.) und Calgary (9.) sogar die ersten zwei Top-Ten-Platzierungen.

Zudem kennt er die Bahn in Whistler mittlerweile recht gut. In seiner ersten Saison fuhr Vogt schon im Monobob hier runter und vor der aktuellen Saison absolvierte er 18 Fahrten mit dem Zweier und 12 mit dem Vierer. «Die ersten Fahrten mit so hohen Geschwindigkeiten sind schon etwas speziell und man muss voll bei der Sache sein», zeigt er Respekt. «Ich hatte zum Glück von Anfang an keine Probleme mit der Bahn.» Zudem glaubt er, über Topmaterial zu verfügen.

Medaillen liegen nach dem Rücktritt von Beat Hefti, Rico Peter und Clemens Bracher natürlich keine drin. Vor allem im kleinen Schlitten darf Vogt aber die Top 10 anvisieren, auch wenn die Konkurrenz an der WM stärker sein wird als im Weltcup. «Ziel ist es, vier saubere Läufe ins Ziel zu bringen.» Auch das ist eine Herausforderung. Vogt fährt erstmals einen Wettkampf mit vier statt zwei Läufen.

Für den zweiten Schweizer, den ebenfalls erst 21-jährigen Timo Rohner, muss die Qualifikation für die Top 20 das Ziel sein. Dies gelang dem Sohn des mehrfachen Olympia- und WM-Medaillengewinners Marcel Rohner im Weltcup bei fünf Wettkämpfen zweimal.

Die Favoriten sind klar. An Francesco Friedrich führt kein Weg vorbei. Der Deutsche gewann als erster Bobfahrer sämtliche Weltcuprennen und strebt nun die Krönung seiner perfekten Saison an. Wahrscheinlich gibt es nur einen, der Friedrich gefährlich werden könnte. Der Kanadier Justin Kripps liess drei Weltcuprennen aus und konzentrierte sich voll auf die Heim-WM. Das Duell gab es bereits an den Olympischen Spielen - mit einem salomonischen Resultat. Friedrich und Kripps holten ex-aequo Gold mit dem Zweier.

Auch bei den Frauen führt der Weg zu den Medaillen über die Deutschen und die Nordamerikanerinnen. Auf der einen Seite ist Olympiasiegerin und Gesamtweltcup-Siegerin Mariama Jamanka aus Deutschland, die aber noch keine Einzel-WM-Medaille gewann. Auf der anderen Seite steht mit der US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor eine eigentliche WM-Spezialistin. Sie gewann an den letzten beiden Titelkämpfen Gold.

Eine schwierige Saison erlebt die einzige Schweizer Starterin Martina Fontanive. Auch wegen Materialproblemen kam die Zürcherin nie richtig auf Touren. In sieben Rennen belegte sie stets Plätze von 9 bis 12.

Der Start zur WM erfolgt an diesem Wochenende mit Zweierbob-Wettkämpfen der Männer und Frauen. Nächste Woche folgen die Skeleton-Rennen sowie diejenigen im Viererbob.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 1. März 2019 21:18
aktualisiert: 1. März 2019 21:30