Skispringen

Ammann und Deschwanden verpassen die Top Ten klar

27. Februar 2021, 19:30 Uhr
Simon Ammann mit gemischten Gefühlen: Die Weite stimmte, die Landung nicht.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Simon Ammann und Gregor Deschwanden zeigen an der WM in Oberstdorf von der Normalschanze ordentliche Sprünge - mehr aber nicht. Die Klassierungen 20 und 24 liegen hinter den Erwartungen.

Vor zwei Monaten hatte kaum einer, wohl nicht einmal Simon Ammann selber, gedacht, dass er an der WM in Oberstdorf über einen 20. Platz sprechen würde. Nun stand der 39-jährige Oldie am Rande des Auslaufs der Schattenberg-Schanze und meinte: «Ich bin zu sehr Wettkampf-Typ, im Moment kann ich nicht wirklich das Positive sehen.»

Dabei ist dem vierfachen Olympiasieger durchaus klar, welch langen Weg er seit Anfang Januar hinter sich gebracht hat. «Aber an einer WM versucht man natürlich, alles zusammenzubringen.» Er habe gesagt, an einem guten Tag schaffe er die Top 10. Es war am Ende aber nur ein durchschnittlicher Tag, und der reicht immerhin wieder für die Top 20.

Im ersten Durchgang sprang Ammann, bei guten Bedingungen und mit etwas mehr Anlauf als die Topleute, auf 103,5 m. Im zweiten Durchgang (95 m) verlor er noch einen Rang. «Ich habe viele Basics wieder gefunden und einige gute Sachen, auf denen ich aufbauen kann», stellte der Toggenburger fest. Etwas schade sei, dass er am Mittwoch am ersten Trainingstag mit einem super Sprung gut reingefunden habe, am Freitag, in der Qualifikation, aber einen «Lampitag» gehabt habe. «Da habe ich meine Position nicht so richtig gefunden. Es ist dann eine Herausforderung, für den Wettkampf wieder alles zusammenzubringen.»

Das gelang auch Gregor Deschwanden nicht. Der in diesem Winter beste und konstanteste Schweizer Springer hatte im Idealfall ebenfalls die Top Ten anvisiert, landete an seinem 30. Geburtstag nach zwei durchschnittlichen Sprüngen aber auf dem 24. Platz. «Das ist etwa mein Grundniveau», stellte der Luzerner enttäuscht fest. «Im Moment schaffe ich es nicht, den Sprung weiter nach vorne rauszukitzeln.»

Auch ihm gelingt es nicht, die perfekte Balance zu finden. «Im Training hatte ich gedacht, ich sei nahe daran, das Puzzle zusammenzubringen und über 100 m zu springen», erklärt er. «Aber ich schaffte es nie, auf der Schanze genug aktiv abzuspringen und gleichzeitig genug Höhe mitzunehmen.» Auf der Grossschanze hoffen Ammann und Deschwanden, ihr Puzzle besser zusammenzubringen.

Dann hofft auch Dominik Peter auf etwas mehr Glück. Der 19-jährige Zürcher Oberländer, Dritter der Junioren-WM, verpasste den Finaldurchgang der besten 30 als 31. um 0,7 Punkte.

Erste Medaille für Deutschland

Zufriedener als die Schweizer waren die Deutschen, die dank dem Oberstdorfer Karl Geiger mit Silber ihre erste Medaille an dieser WM gewannen. Der 2. Platz des Skiflug-Weltmeisters ist eine Überraschung, da er mit der kleinen Schanze in den Trainings nicht zurecht gekommen war. Unerwartet ist auch der Sieger.

Der grosse Favorit Halvor Egner Granerud stürzte im ersten Durchgang ab und schaffte es mit dem besten Sprung des Finales nur noch vom 16. auf den 4. Rang. Als Nachfolger von Dawid Kubacki liess sich sein Landsmann Piotr Zyla feiern. Der Pole, bereits 34-jährig, gewann mit Flügen auf 105 und 102,5 m deutlich. Bronze holte der Slowene Anze Lanisek.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Februar 2021 19:30
aktualisiert: 27. Februar 2021 19:30