Langlauf

Cologna besser, aber noch zu wenig gut

13. Dezember 2020, 17:05 Uhr
Dario Cologna gibt Schub.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Dario Cologna kommt beim Weltcup in Davos dem Rätsel um seine Formschwäche zum Saisonstart ein wenig näher. So richtig zufrieden kann er mit dem 14. Platz über 15 km Skating aber nicht sein.

Ein Schnellstarter war Dario Cologna in seiner langen und illustren Karriere noch nie. Insofern bricht er wegen der fehlenden Spitzenresultate zu Beginn dieser Saison nicht in Panik aus. Der Form-Höhepunkt soll erst im Februar bei der WM in Oberstdorf erreicht sein. Der vierfache Olympiasieger gibt aber offen zu, dass der Abstand zu den Besten grösser ist als er sich dies gewünscht hatte. Vor einem Jahr gelang dem 34-jährigen Bündner mit einem 3. Platz in Davos ein Befreiungsschlag. Davon ist er aktuell weit entfernt.

Cologna startete auf der Loipe im Flüela-Tal äusserst schnell und lag bis Rennhälfte - weniger als 20 Sekunden hinter dem überlegenen Sieger Alexander Bolschunow - auf Podestkurs. Danach brach er aber regelrecht ein, verlor noch fast eine Minute zusätzlich auf den Russen und musste sich von elf Konkurrenten überholen lassen. Ausdruck der fehlenden Ausdauer: Cologna versuchte, sich am später gestarteten und letztlich fünftplatzierten Italiener Francesco de Fabiani anzuhängen, musste aber schon nach zwei Kilometern abreissen lassen.

«Es ging etwas besser als an den letzten beiden Wochenenden», bilanzierte Cologna nüchtern. «Aber man hat auch heute gesehen, dass noch etwas fehlt, um die Pace durchzuziehen.» Er hatte nicht den Eindruck, besonders schnell gestartet zu sein. «Ich habe nicht ein Podest erwartet, aber hinten heraus habe ich zu viel verloren.» Aus der Sicht des Münstertalers am wichtigsten: «Das Gefühl im Rennen war besser als zuletzt.» Es gehe in die richtige Richtung, meinte er nach dem besten Saisonresultat, aber nur in kleinen Schritten. Cologna ist sich natürlich bewusst, dass sein Anspruch ohne die wegen des Coronavirus fehlenden Norweger, Schweden und Finnen höher sein muss. Immerhin verbleiben nun drei Wochen, um vor dem Start der Tour de Ski am Neujahrstag an der Standfestigkeit zu arbeiten.

Drei weitere Schweizer in den Punkten

Zufriedener mit ihren Resultaten waren die drei weiteren Schweizer, die in die Punkte liefen. Vor allem der Urner Roman Furger stufte seinen 20. Platz nach den gesundheitlichen Problemen der letzten Wochen «sehr hoch» ein. Er hatte den Weltcup-Start in Kuusamo deshalb ausgelassen. Für den Davoser Jason Rüesch, der in Finnland in der separaten Wertung der 15-km-Verfolgung 20. war, war der 21. Rang ebenso das drittbeste Resultat im Weltcup wie für den Unterwalliser Candide Pralong der 24. Platz.

Die Russen, die sich in der Regel mit den Norwegern um die Spitze duellieren, nutzten deren Abwesenheit zu einem durchaus so erwarteten Vierfach-Sieg.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Dezember 2020 17:05
aktualisiert: 13. Dezember 2020 17:05