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Ski nordisch

Cologna: «Ich will nochmal voll angreifen»

3. November 2021, 17:19 Uhr
Dario Cologna hat sich entschieden: Ende Saison ist Schluss. Der vierfache Olympiasieger ist sich sicher, dass der Zeitpunkt richtig ist - und will sich noch einmal voll auf den Sport konzentrieren.
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Quelle: CH Media Video Unit / Keystone-SDA

Mit Dario Cologna tritt einer der grössten Schweizer Sportler in rund vier Monaten ab. «Ich habe in meiner Karriere alles erreicht und werde dann 36 Jahre alt sein», betonte der Bündner am Dienstag in seiner Wahlheimat Davos. «Die Olympischen Spiele sind ein schöner Abschluss. Für mich passt es so.»

Der Entscheid war im Schweizer Sportler des Jahres 2013 lange gereift. Am Ende ging es noch um die Frage, wann er ihn definitiv trifft und kommuniziert. «Ich wollte offen informieren», erklärte der Münstertaler. «Und mich dann wieder voll auf den Sport konzentrieren und nochmals voll angreifen.»

Es habe keinen eigentlichen Zeitpunkt gegeben, an dem es Klick gemacht habe. «Letzte Woche ist der Gedanke intensiv aufgekommen, und ich habe das mit meinem Umfeld angeschaut», erläuterte Cologna. Dass er in diesem September Vater geworden ist, habe keine entscheidende Rolle gespielt. «Das ist ja noch kein Grund zum Aufhören», meinte er mit einem schalkhaften Lächeln. «Aber der Moment ist gut.»

Ambitioniertes Ziel: Olympia-Medaille

Die Motivation ist dem je vierfachen Weltcup- und Tour-de-Ski-Champion jedenfalls nicht abhanden gekommen. «Ich fühle mich topfit und habe nach wie vor Freude am Training.» Trotz der Knieverletzung, die er sich vor einigen Wochen beim Rollski-Training zugezogen hat, seien die Basiswerte besser als vor einem Jahr, als dann eine für ihn wenig befriedigende Saison mit nur einem Podestplatz folgte.

Dass es auch in seinem letzten Winter als Profisportler nicht einfacher wird, ist Cologna klar. «Ich werde nicht jedes Wochenende vorne mitlaufen können wie früher», ist er sich bewusst. «Aber das Ziel ist klar: nochmal eine Medaille bei Olympia.» Vielleicht sogar eine mit der Staffel. «Das wäre genauso schön, und nicht unrealistisch.» Und schliesslich merkt er mit einem Lachen an: «Bei Olympia hat es noch immer gepasst.»

Cologna kam nie mit leeren Händen nach Hause. 2010 in Vancouver gab es eine, 2014 in Sotschi zwei und 2018 in Pyeongchang nochmals eine Goldmedaille. In Peking dürften die Verhältnisse und die Strecke ziemlich ähnlich wie in Korea sein.

Nicht genug vom Langlauf

Cologna ist es wichtig, zu betonen, dass er nicht die Nase voll hat vom Langlauf. «Das war die letzten 20 Jahre mein Leben, und ich bin nicht einer, der sagt, ich will die Langlaufski nicht mehr sehen.» Entsprechend wird Langlauf auch nach dem Ende der Karriere eine Rolle spielen. Mit den Sponsoren laufe einiges, das er nach dem Karrierenende realisieren wolle, zum Beispiel mit dem Skiausrüster Atomic, zu dem er auf diese Saison nach vielen Jahren mit Fischer gewechselt hat. «Ich habe auch viele Erfahrungen gesammelt, die nicht nur für den Sport, sondern auch für Unternehmen spannend sind. Diese möchte ich gerne weitergeben.»

Wo und wann dann genau das letzte Rennen kommen wird, ob zum Beispiel bei Olympia, beim Weltcupfinal im fernen Ural oder am Engadin Skimarathon, weiss Cologna noch nicht. Aber nun hat er zumindest einen Pflock eingeschlagen und muss nicht vor und nach jedem Rennen die Frage nach dem Rücktritt beantworten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 3. November 2021 08:30
aktualisiert: 3. November 2021 17:19