Langlauf

Cologna und Co. überzeugen als Staffel-Fünfte

5. März 2021, 17:41 Uhr
Trotz eines starken Rennens blieb Schlussläufer Roman Furger der Exploit verwehrt. Das Schweizer Quartett landet in der 4x10-km-Staffel knapp hinter dem Bronzerang. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Im Schneeregen von Oberstdorf fehlt der Schweizer Männer-Staffel nur wenig zur ersten WM-Medaille. Auf den 4x10 km belegt das Quartett um Dario Cologna den guten 5. Platz.

Im tiefen Neuschnee entwickelte sich ein hartes Rennen, das lange ziemlich nach dem Schweizer Drehbuch lief. Am Ende sicherten sich Norwegen und Russland wie erwartet die ersten zwei Plätze, im Kampf um Bronze stritt sich das Swiss-Ski-Quartett in einer Vierergruppe mit Frankreich, Schweden und Finnland.

Auf der letzten Runde entschied der lange Aufstieg am Burgstall zu Ungunsten der Schweizer mit Schlussläufer Roman Furger. Der 31-jährige Urner konnte seine Sprintstärke nicht ausspielen, weil er erst dem französischen Leichtgewicht Jules Lapierre und dann auch dem jungen Schweden William Poromaa nicht mehr folgen konnte. «Die Strecke liegt mir nicht», gab Furger offen zu. Er bedauerte, dass man sie nochmals härter gemacht hatte. Ihm liegen eher coupierte Parcours, bei denen es stets auf und ab geht, als einen so brutal langen Aufstieg wie seit diesem Jahr in Oberstdorf.

Enttäuscht zeigte sich Furger dennoch nicht. «Mit dem 5. Platz müssen wir zufrieden sein, wir werden es nächstes Jahr wieder versuchen», meinte er. «Als Team haben wir eine gute Leistung gezeigt. Alle haben an die Medaille geglaubt.» Auf den Klassisch-Ablösungen hatten Beda Klee und Dario Cologna den Kontakt zur Spitze gehalten. Erst ganz am Ende musste Cologna die Klassisch-Spezialisten Iivo Niskanen (Finnland) und Emil Iversen (Norwegen) noch um zwölf Sekunden ziehen lassen. Er übergab als Dritter an Jason Rüesch.

Dieser verlor zwar drei Plätze und schickte Furger mit rund 15 Sekunden Rückstand auf die Franzosen auf den letzten Abschnitt, die dieser jedoch schnell zugelaufen hatte. «Es war brutal hart, tief und langsam», konstatierte Rüesch.

Frankreich als Vorbild

Der Exploit, den sich die Schweizer zugetraut hatten, gelang den Franzosen. Wie so oft. Bei drei der letzten vier Weltmeisterschaften und bei den letzten beiden Olympischen Spielen lief die «Equipe tricolore» in der Staffel auf den 3. Platz. Und das, obwohl die Franzosen in den Einzelrennen in der Regel kaum besser sind als die Schweizer. «Unglaublich, wie sie immer wieder aufs Podest laufen», zeigte sich Roman Furger beeindruckt. «Irgendwie passt es bei ihnen immer wieder in der Staffel. Das müssen wir mal abschauen.»

Auch wenn das Schlussresultat am Ende auf den ersten zwei Positionen wie erwartet aussah, verlief das Rennen dramatisch. Der Schneeregen mit den entsprechend grossen Herausforderungen für die Serviceleute führte zu zahlreichen Wendungen. Nach den ersten 10 km lag Norwegens Startläufer Paal Golberg mit einem miserablen Ski nur am 10. Stelle, die Russen lagen dank Alexej Tscherwotkin bereits fast eine Minute voraus. Auf der zweiten Ablösung brachte Iversen die Welt der Skandinavier aber wieder ins Lot.

Russlands Star Alexander Bolschunow musste als Schlussläufer über eine halbe Minute auf Norwegens Johannes Hösflot Klaebo zulaufen. Dieser schonte sich, bis der Russe zu ihm aufgeschlossen hatte - und liess diesem auf den letzten Metern nicht den Hauch einer Chance. Norwegens Männerstaffel ist bei Weltmeisterschaften seit 1999 ungeschlagen und triumphierte zum elften Mal in Folge.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. März 2021 17:15
aktualisiert: 5. März 2021 17:41