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EV Zug

Diaz: «Es fühlt sich an wie in einem Film»

8. Mai 2021, 07:56 Uhr
Die Fans bejubeln das Ende der langen Durststrecke für den EV Zug.
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Eigentlich ist es aufgrund von Corona nicht die Zeit zu feiern. Die Zuger Fans kommen dennoch in Scharen und lassen ihre Helden hochleben.

Ganze 23 Jahre musste der EVZ auf den zweiten Meistertitel warten. Von daher ist es nichts als logisch, dass die Euphorie nach dem Triumph gross und der Platz vor der Arena trotz der Corona-Restriktionen sehr gut besetzt war – die Polizei liess die Leute gewähren. Es wurden Feuerwerkskörper gezündet, und die Spieler liessen es sich nicht nehmen, den Meisterpokal vom Balkon aus zu präsentieren und sich feiern zu lassen. Danach ging es zurück in die Garderobe.

Trainer Dan Tangnes, der mit einem durchnässten Hemd erschien, gab sich nach dem entscheidenden 5:1-Sieg im dritten Finalspiel gegen Genève-Servette sehr emotional. Auf die Frage, was dieser Titel ihm bedeute, antwortete er mit Tränen in den Augen und stockender Stimme: «Leute, die nicht in diesem Geschäft arbeiten, verstehen nicht, wie viel man hineinsteckt. Man sieht seine Familie nicht so oft. Jeder bringt eine Art Opfer. Diese Erinnerungen mit allen zu teilen, ist unglaublich. Der Titel bedeutet mir natürlich sehr viel. Man erhält nicht so viele Chancen, Meister zu werden. Ich bin sehr stolz, ein Teil von diesem Erfolg zu sein.»

Tangnes weiter: «Ich hoffe, wir feiern so, wie wir die gesamte Saison gespielt haben und dass die Jungs unglaubliche Momente kreieren, die sie für den Rest des Lebens verbindet.» Der 42-jährige Norweger stiess 2018 zu den Zentralschweizern. In seiner ersten Saison erreichte er den Final, der gegen den SC Bern mit 1:4 Siegen verloren ging. Danach versprach er den Fans den Titel und hielt bei erster Gelegenheit Wort – vor einem Jahr wurde die Meisterschaft abgebrochen.

Für Captain Raphael Diaz, der in der Schweiz noch nie für einen anderen Verein gespielt hat, war es die letzte Gelegenheit, mit dem EVZ den Titel zu holen, da er sich mit dem Verein nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte und zu Fribourg-Gottéron wechselt. Ihm fiel die Ehre zu, den Teamkollegen und dem Staff die Goldmedaillen zu überreichen. «Es ist sicher ein spezielles Gefühl», sagte Diaz dazu und fuhr fort: «Es fühlt sich an wie in einem Film, ich weiss momentan gar nicht, was ich sagen soll. Wir haben extrem hart dafür gearbeitet. Der ganze Druck war bei uns, uns wurde nichts geschenkt, Riesen-Kompliment an die Mannschaft. Es ist sicher einer der schönsten Momente in meiner Karriere.»

Dario Simion, der eine fantastische Saison spielte und insgesamt 33 Tore erzielte, neun in den Playoffs, fand, «dass wir das ganze Jahr die kleinen Sachen besser machten wie die anderen Teams. Wir spielten alle füreinander.» Zur hohen Erwartungshaltung sagte er: «Wir überlegten nicht zu viel. Es war sehr hart gegen Servette. Wir spielten jedoch sehr gut defensiv und unterstützten Genoni gut. Auch wenn uns nicht gleich ein Tor gelang, blieben wir geduldig und warteten auf unsere Chancen.»

Ein gefragter Mann war auch Präsident Hans-Peter Strebel, der einen grossen Anteil am Erfolg hat, unter anderem mit der Finanzierung des Spitzensportzentrums OYM in Cham, das vor einem Jahr eröffnet wurde und den Zugern ideale Bedingungen bietet. «Wenn man konsequent an etwas arbeitet, mit einer vernünftigen Vision, dann ist das meistens von Erfolg gekrönt», führte der Multimillionär aus.

Auch wenn es das Swiss-League-Team EVZ Academy ab der übernächsten Saison nicht mehr gibt, bleibt das Ziel von Strebel, möglichst viele Talente nachzuziehen. Dabei hilft das OYM und bald ein Internat, das er ebenfalls in Cham bauen lässt. «Dann braucht es gute Coaches sowie Vertrauen in die Jungen, und dann können wir sie an die Spitze bringen. Das kommt gut.» Es dürfte also nicht der letzte Meistertitel der Zuger gewesen sein.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Mai 2021 02:50
aktualisiert: 8. Mai 2021 07:56