«Die Form würde auch im Super-G stimmen»

6. Februar 2019, 06:07 Uhr
Beat Feuz in Are umringt von Mikrofonen und Kameras
Beat Feuz in Are umringt von Mikrofonen und Kameras
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Beat Feuz glaubt trotz durchwachsener Ergebnisse im Weltcup an seine Chance im WM-Super-G. Seine Form und die Unwägbarkeiten der Disziplin halten die Hoffnung auf eine Spitzenklassierung aufrecht.

Montagabend. Medientermin mit den Schweizer Athleten, die am Mittwoch den Super-G bestreiten werden, im House of Switzerland, dem speziell für die Weltmeisterschaften errichteten Holzbau und traditionellen Treffpunkt von Swiss-Ski.

Vier Fahrer hätten es sein sollen. Doch längst ist klar, dass nur einer da sein wird. Beat Feuz hatte es als Einziger des Quartetts geschafft, rechtzeitig in Åre einzutreffen. Dass er eine andere Flugroute gewählt hatte, von Innsbruck nach Stockholm und dann weiter nach Östersund gereist war, war sein grosses Glück. Seine drei Teamkameraden, Mauro Caviezel, Marco Odermatt und Thomas Tumler, erreichten Åre erst viel später als geplant.

«Nicht optimal»

So drehen sich die ersten Fragen an Feuz nicht um den bevorstehen den Super-G, sondern um verpasste Flüge, Verspätungen und liegengebliebenes Gepäck und Material. «Auch bei uns ist nicht alles reibungslos gelaufen», erzählt Feuz, der seine kleine Familie mit Lebenspartnerin Katrin und Töchterchen Clea nach Schweden mitgenommen hat. «Wir waren fünfzehn Stunden unterwegs und waren am Montag erst am frühen Morgen um drei Uhr angekommen. Auch das ist nicht optimal, aber immer noch besser als für viele andere.»

Feuz gab geduldig weiter Auskunft. Ja, die Ski seien rechtzeitig in Åre eingetroffen, weil sie im Bus direkt aus Garmisch transportiert worden seien. Ja, auch er vermisse noch einen Teil seiner persönlichen Ausrüstung. Ja, die kleine Clea sei trotz aller Umstände brav gewesen und habe keinerlei Probleme bereitet.

Dann endlich wurde zum eigentlichen Thema umgeschwenkt, dem Super-G. «Meine Form wäre da, auch in dieser Disziplin», sagt Feuz. «Trotzdem waren die Resultate nicht das Gelbe vom Ei.» Den Grund dafür, dass es in diesem Winter bisher nicht nach Wunsch gelaufen ist, glaubt er zu kennen. «Die Verhältnisse haben mir nicht in die Karten gespielt.» Er hoffe nun, dass ihm die Bedingungen in Åre mehr zusagen.

Kommt Caviezel zurück?

Sechster war Feuz in Bormio geworden, daneben hatte er sich zwischen den Plätzen 10 bis 19 klassiert und war er zuletzt in Kitzbühel ausgeschieden. Da war Mauro Caviezel deutlich besser - zumindest zu Beginn der Saison. Mit den Rängen 3 in Lake Louise und 2 in Beaver Creek war der Bündner fulminant in den WM-Winter gestartet. Nach der Rückkehr aus Nordamerika vermochte er aber nicht mehr im gleichen Stil weiterzufahren.

Zumindest resultatmässig zur Nummer 3 in der Schweizer Equipe stieg Marco Odermatt auf. Der talentierte Nidwaldner, mit 21 Jahren der mit Abstand Jüngste im Team, weist Platz 8 in Bormio als Bestwert im Super-G aus, nachdem er im vergangenen März beim Weltcup-Finale in Åre mit Rang 11 verblüfft hatte.

So sehr Feuz an eine Steigerung glaubt, so stark Mauro Caviezel zu Beginn der Saison gefahren ist, so erfreulich die Entwicklung von Odermatt verläuft und so sehr Tumler an einen zweiten Exploit nach dem im Riesenslalom in Beaver Creek glaubt: Eigentlich würde nicht allzu viel für einen gelungenen Schweizer Auftakt zu den Männer-Rennen in Åre sprechen.

Würde, wenn es nicht der Super-G wäre - diese Disziplin, in der der Bund der Medaillenanwärter im Minimum ein Dutzend Namen umfasst, das Unberechenbare eine zentrale Rolle spielt und die deshalb Platz für Unvorhergesehenes und Überraschendes bietet. Dass es in den bisherigen fünf Weltcup-Super-G des Winters fünf verschiedene Sieger gegeben hat, ist der beste Beweis dafür. Das lässt viele Fahrer am Mittwoch hoffen. Selbstverständlich auch die Schweizer.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 6. Februar 2019 05:55
aktualisiert: 6. Februar 2019 06:07