Skispringen

Enttäuschende Schweizer in Engelberg

19. Dezember 2020, 19:05 Uhr
Schöne Kulisse, aber zu wenig Weite: Gregor Deschwanden in Engelberg.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Die Schweizer Skispringer können beim Heim-Weltcup in Engelberg nichts fürs Selbstvertrauen tun. Gregor Deschwanden enttäuscht als 27., Simon Ammann verpasst die Punkte erneut.

Etwas ratlos stand Gregor Deschwanden im Auslauf der Titlis-Schanze und suchte nach Erklärungen für sein schlechtestes Saisonergebnis. Bei der WM im Skifliegen in Planica durfte er wegen des positiven Corona-Tests von Trainer Ronny Hornschuh nicht antreten, aber davor hatte er beim letzten Weltcup in Nischni Tagil als Neunter überzeugt. Zuhause passte aber - wieder einmal - wenig zusammen.

Sprünge auf 120 und 119,5 m reichten bei schwierigen Rückenwind-Verhältnissen, die selbst kleine Fehler brutal bestraften, nur zum mageren 27. Platz. Der 29-jährige Luzerner hatte das Gefühl, im zweiten Durchgang «aktiver rausgesprungen» zu sein. «Es war heute recht komisch mit dem Wind», erklärte er auf SRF.

Seine Sprünge bezeichnete er als «so la la». «Das ist ärgerlich, denn ich will weiter vorne sein.» Deshalb freue er sich auf das zweite Springen am Sonntag. Die Titlis-Schanze lag ihm jedoch bislang noch nie. Das beste Resultat, ein 18. Platz, liegt bereits sieben Jahre zurück, besser als 20. war er seither nie.

Für Simon Ammann wäre ein 27. Rang im Moment geradezu eine Erlösung. Der vierfache Olympiasieger fand jedoch auch in Engelberg nicht aus seiner sportlichen Baisse heraus. Als 39. (111 m) verpasste der 39-jährige Toggenburger die Qualifikation für den Finaldurchgang ebenso deutlich wie der nicht mal halb so alte Dominik Peter (42./105,5 m). Ammann zeigte sich geradezu fatalistisch und meinte, das Resultat zeige, wie schwierig die Situation aktuell sei. Immerhin glaubt er, beim Projekt eines neuen Sprungschuhs herausgefunden zu haben, was geändert werden müsse. Noch ist das neue Stück aber nicht einsatzbereit.

In anderen Dimensionen springt derzeit Halvor Egner Granerud. Der Norweger sicherte sich mit Flügen auf 133,5 und 138 m den vierten Sieg im Weltcup in Folge. Er distanzierte den dreifachen Olympiasieger Kamil Stoch um 2,2 Punkte. Für den Polen wäre es der dritte Erfolg im Kanton Obwalden gewesen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. Dezember 2020 19:05
aktualisiert: 19. Dezember 2020 19:05