ZSC Lions - Servette 1:2

Genf holt gegen dezimierte Zürcher den Auswärtssieg

26. April 2021, 05:45 Uhr
Henrik Tömmernes war die eine grosse Figur des Abends: Hinten wehrte er brillant gegen die Lions, vorne erzielte er im Powerplay beide Genfer Tore
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Genève-Servette schafft zum Auftakt der Halbfinal-Serie gegen die ZSC Lions auswärts gleich das Break. Sämtliche drei Tore beim 2:1 fallen im Powerplay.

Die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kommt, muss die ZSC Lions ärgern. Das vorentscheidende 1:2 fällt in der 48. Minute in Unterzahl - wegen eines unkorrekten Spielerwechsels. Bereits in der Viertelfinal-Serie gegen Lausanne gaben sie so eine Partie aus der Hand. Wie bei der ersten Führung ist es der PostFinance-Topskorer Henrik Tömmernes, der den starken ZSC-Goalie Ludovic Waeber bezwingt.

Die beiden Tore gleichen sich und sind damit ein Symbol für die Stärke Servettes. Im Powerplay sorgen sie für viel Verkehr vor Waeber, der Tömmernes' Schüsse nicht sehen kann und deshalb machtlos ist. Ansonsten zeigen sich die Genfer aber offensiv recht harmlos. Sie setzen auf Einsatz und eine kompakte Defensive vor dem ebenfalls sehr überzeugenden Goalie Daniel Manzato. Diese Tugenden reichen, um gegen einen arg dezimierten ZSC mit einem Break in Führung zu gehen.

Lions-Coach Rikard Grönborg ist erneut zum Improvisieren gezwungen. Zwar kehrt Topskorer Sven Andrighetto nach seiner Sperre im letzten Viertelfinalspiel zurück, dafür gesellt sich neu Denis Hollenstein zur sowieso schon langen Verletztenliste. Dennoch zeigen die Zürcher einen engagierten Auftritt, es fehlt aber an der nötigen Durchschlagskraft.

Zum einzigen Treffer kommen sie zudem etwas glückhaft. Am Ende des zweiten Drittels wird das vermeintliche 2:0 der Genfer nach einer erfolgreichen Coaches' Challenge wegen Offsides aberkannt, stattdessen gleichen die Löwen nach nur 70 Sekunden des Schlussdrittels aus. Im Powerplay trifft Ryan Lasch aus fast unmöglichem Winkel via Rücken von Manzato. Der eigentliche Ersatzkeeper muss sich erstmals, seit er für den verletzten Gauthier Descloux in die Bresche einsprang, und nach 174 Minuten geschlagen geben.

Dass die Teams aus den beiden grössten Schweizer Städten nur durch Details zu trennen sind, kommt nicht überraschend. Sämtliche vier Partien der Qualifikation hatten nach 60 Minuten unentschieden gestanden, drei von vier Mal - darunter beide Male im Hallenstadion - setzten sich am Ende die Genfer durch. Diesmal gelingt ihnen dies etwas früher.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. April 2021 22:25
aktualisiert: 26. April 2021 05:45