Hählen und Gut-Behrami auf Podest

Fabienne Engbers, 23. Februar 2019, 14:50 Uhr
Joana Hählen erreichte in Crans-Montana erstmals in ihrer Karriere einen Platz auf dem Podium. Die Bernerin wurde hinter Sofia Goggia Zweite der Weltcup-Abfahrt mit erheblichem Chaos in der Zeitmessung.

In Crans-Montana führte Hählen ein Schweizer Team an, welches sich so gut schlug wie noch nie in diesem Winter. Denn mit Lara Gut-Behrami schaffte es noch eine zweite Schweizerin aufs Podest, was aber erst Stunden nach dem Rennen Gewissheit wurde. Grund dafür war die Zeitmessung, die schon während dem Rennen vor allem bei den Schweizerinnen ausgesetzt und für diverse Unterbrechungen sowie ratlose Gesichter gesorgt hatte.

Gut-Behrami doch noch auf Podest

Hinterher musste das Klassement nach eingehenden Checks korrigiert werden, mit dem wichtigsten Ergebnis, dass Lara Gut-Behrami mit der Österreicherin Nicole Schmidhofer den Platz tauschte und auf Position 3 vorrückte. Lara Gut-Behrami stand in dieser Saison schon zweimal auf dem Podest, in der Abfahrt aber war sie nie über Rang 8 hinausgekommen.

36 Hundertstel Rückstand auf Goggia

Die Korrekturen änderten aber nichts an der überraschenden Vorstellung von Joana Hählen. Die Simmentalerin zeigte eine mutige Fahrt am Limit. Die 27-jährige, in der Abfahrt zuvor nie besser als Achte, wuchs in ihrem 68. Weltcuprennen über sich hinaus. Gegen die italienische Olympiasiegerin Sofia Goggia, die erstmals seit ihrem Knöchelbruch vom letzten Herbst wieder gewann und ihren 6. Weltcupsieg errang, konnte aber auch sie nichts ausrichten. 36 Hundertstel betrug ihr Rückstand.

Ausgerechnet beim «Pannenrennen» war CVP-Bundesrätin Viola Amherd dabei:

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An den Weltmeisterschaften in Are hatte sich Joana Hählen in der Abfahrt mit dem 16. Platz bescheiden müssen. Im Weltcup gab sie im November 2013 ihr Debüt, doch im Sommer danach riss sie sich das Kreuzband und seither blieb ihr ein grosser Exploit immer versagt. Ihr bestes Ergebnis realisierte sie im Dezember 2017 als Fünfte des Super-G von Val d'Isère.

Die WM-Zweite Corinne Suter, im Weltcup noch nie auf dem Podium, belegte Platz 5. Die Schwyzerin verlor 13 Hundertstel auf die drittplatzierte Teamkollegin Gut-Behrami. In die Top 10 schaffte es zudem auch Jasmine Flury als Siebente. Sie verbesserte sich im bereinigten Schlussklassement aufgrund der Zeitkorrekturen noch um zwei Ränge.

Stuhec im Spital

Für weitere Unterbrüche an diesem chaotischen Anlass hatten die Stürze der slowenischen Abfahrts-Weltmeisterin Ilka Stuhec und der Französin Tiffany Gauthier gesorgt. Stuhec begab sich zu genaueren Abklärungen ins Spital, Gauthier musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden.

Auf Twitter sorgten die Ausfälle der Zeitmessung für Ärger, aber auch für viele gute Sprüche:

Wenn in der Schweiz die Zeitmessung nicht mehr funktioniert, dann muss das Ende wohl nah sein...

Auch über den Aktienkurs und das Image von Longines wurde diskutiert.

Fabienne Engbers
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 23. Februar 2019 09:22
aktualisiert: 23. Februar 2019 14:50