Junioren verlieren spektakuläres Spiel

31. Dezember 2018, 08:43 Uhr
Marco Lehmann vergibt mit einem verschossenen Penalty die grosse Chance zum 4:3
© KEYSTONE/AP The Canadian Press/DARRYL DYCK
Die Schweizer Junioren verlieren an der U20-Weltmeisterschaft in Vancouver und Victoria zum Abschluss der Vorrunde gegen Russland 4:7. Damit treffen sie im Viertelfinal wohl auf Schweden.

Die Niederlage war insofern ärgerlich, als die Mannschaft von Trainer Christian Wohlwend einen Traumstart hinlegte. Sie ging bereits nach 49 Sekunden durch Marco Lehmann nach herrlicher Vorarbeit von Sven Leuenberger in Führung. In der 10. Minute erhöhte Valentin Nussbaumer nach einem Abpraller auf 2:0, und dies absolut verdient. Nach dem Anschlusstreffer der Russen (15.) stellte erneut Lehmann in der 26. Minute die Zweitore-Differenz wieder her.

Danach war es aber vorbei mit der Schweizer Herrlichkeit. Die Chancen für ein besseres Resultat waren aber durchaus vorhanden. In der 37. Minute verschoss der Aussenseiter gleich drei Penaltys, nachdem Lehmann von Dmitri Samorukow bei einem Konter zweimal gefoult worden war. Lehmann durfte zweimal antreten, dann vergab Philipp Kuraschew, fünffacher Torschütze in Vancouver.

In der 39. Minute musste Iwan Muranow vorzeitig unter die Dusche. Die Schweizer brachten während der fünfminütigen Überzahl aber nichts zu Stande. Im Gegenteil: Sie kassierten einen Shorthander. Der erstmaligen Führung der Russen durch Kirill Slepez war ein Fehlpass von Nussbaumer vorausgegangen, der danach auch noch den Stock verlor.

In der 47. Minute machten es die Osteuropäer im Powerplay besser und schossen dank Alexander Alexejew das 5:3. Es war deren zweiter Treffer in Überzahl in diesem Spiel. Zwar verkürzte Yannick Brüschweiler nur 35 Sekunden danach mit feiner Stocktechnik auf 4:5, gut fünfeinhalb Minuten später stand es aber nach einem Doppelschlag der Russen innerhalb von 68 Sekunden 4:7 aus Schweizer Sicht. Damit stand die dritte Niederlage im vierten Turnierspiel fest.

Dennoch zeigten die Schweizer auch in dieser Begegnung, dass sie die Fähigkeiten für einen Exploit haben. Nicht umsonst hatte Wohlwend vor dem Turnier davon gesprochen, dass er auf dieser Stufe vom Talent her noch nie so ein breites Team gehabt habe und alle vier Blöcke Tore schiessen könnte. Das unterstrichen die Schweizer gegen Russland: Lehmann, Nussbaumer und Brüschweiler hatte zuvor an dieser U20-Weltmeisterschaft noch nicht getroffen. «Fehler kosteten uns die Partie. Wir hätten dieses Spiel gewinnen können», sagte Verteidiger Le Coultre. Ausserdem bemängelte er das Powerplay.

Damit beenden die Schweizer die Gruppe A aller Voraussicht nach im 4. Rang. Sie bleiben nur dann Dritter, wenn Tschechien gegen das punkte- und torlose Dänemark verliert, wovon nicht auszugehen ist. Da Schweden die Gruppe B wohl als Sieger beenden wird, dürften die Skandinavier der Gegner im Viertelfinal sein.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 31. Dezember 2018 05:22
aktualisiert: 31. Dezember 2018 08:43