National League

Rapperswil-Jona Lakers schlagen Biel und sind in Playoffs

10. April 2021, 10:47 Uhr
Rapperswil feiert den Einzug in die Playoffs nach dem 3:1 Sieg, beim Eishockey Pre-Playoff-Spiel der National League zwischen dem SC Rapperswil-Jona und dem EHC Biel.
© KEYSTONE/Christian Merz
Die Achtelfinals in der Schweizer Eishockey-Meisterschaft, auch Pre-Playoffs genannt, ergeben eine Überraschung. Die Rapperswil-Jona Lakers (10. der Qualifikation) eliminieren den EHC Biel (7.).

Die Lakers gewannen auch das zweite Spiel gegen Biel, diesmal mit 3:1. Derweil erzwang der HC Davos mit einem 3:0-Auswärtssieg in Bern ein entscheidendes drittes Spiel am Sonntagabend in Davos.

Die Rapperswil-Jona Lakers treffen in den Viertelfinals ab Dienstag auf den HC Lugano. Der Sieger der Serie Davos gegen Bern bekommt es mit Qualifikationssieger Zug zu tun.

Lakers bestrafen Biels Fehler

Nicht der EHC Biel, der in der Regular Season sieben seiner letzten neun Spiele gewann und in den letzten beiden Playoffs jeweils erst in den Halbfinals gescheitert ist, sondern die Rapperswil-Jona Lakers qualifizierten sich für die Viertelfinals, in denen sie am Dienstag auf Lugano treffen.

Auf den 2:1-Auswärtssieg am Mittwoch in Biel folgte am Freitag ein 3:1-Heimerfolg der Lakers über Biel. Die Seeländer erwiesen sich in beiden Partien als optisch überlegen, gingen zweimal früh in Führung, erzielten aber danach keine weiteren Tore mehr.

Am Ende haderten die Bieler - auch darüber, dass in den Playoffs aus Sicht der Schiedsrichter ein Foul eben nicht mehr immer ein Foul ist. Aber die Bieler müssen sich an der eigenen Nase nehmen. Mit zwei erzielten Toren in 137 Spielminuten genügten die Seeländer offensiv in keinster Weise. Zudem leitete Biel die Wende im zweiten Spiel gleich selber ein.

Mike Künzle leitete mit einer Unbeherrschtheit (4 Strafminuten) Biels Untergang ein. Zuvor hatte der EHCB die Partie klar dominiert. Während der Unterzahlsituation stand dann auch noch plötzlich ein Bieler zu viel auf dem Eis. Bei fünf gegen drei Feldspieler gelang Andrew Rowe der 1:1-Ausgleich. Michael Loosli brachte Rapperswil-Jona in der 43. Minute mit dem 2:1 endgültig auf die Siegerstrasse.

Der grosse Verlierer der Serie ist Biels Trainer Lars Leuenberger. Seit dem Meistertitel als Nothelfer-Trainer mit dem SC Bern 2016 musste er viereinhalb Jahre warten, bis ihm Biel letzten Herbst die Chance gab, an Stelle des kranken Antti Törmänen als Headcoach zurückzukehren. Die Ausbeute blieb letztlich ernüchternd: Biel verpasst erstmals seit 2015 die Viertelfinals; schon in der Qualifikation schnitten die Bieler mit Platz 7 enttäuschend ab. Auch die Undiszipliniertheiten, die Biel letztlich aus dem Playoff warfen, stellen dem Trainer kein überragendes Zeugnis aus.

Die Rapperswil-Jona Lakers erreichten erstmals seit 2008 wieder die Playoff-Viertelfinals.

Davoser Ausgleich

Der HC Davos korrigierte die brenzlige Situation gegen den SC Bern zumindest temporär. Mit einem 3:0-Auswärtssieg in Bern glichen die Davoser die Serie zum 1:1 aus.

Sandro Aeschlimann, ein 26-jähriger Emmentaler in den Reihen des HCD, erwies sich als einer der Matchwinner. Keeper Aeschlimann ersetzte letzten Mittwoch in Spiel 1 beim Stand von 0:3 Robert Mayer und liess seither in 118 Minuten bloss ein Gegentor zu und wehrte 55 von 56 Schüsse(n) auf sein Tor ab. In Bern gelang ihm sein erster Playoff-Shutout.

Aeschlimann brillierte insbesondere im zweiten Abschnitt, in dem ihm alleine 17 Paraden gelangen. In dieser Phase sorgte der Goalie dafür, dass Bern die Partie nicht ausgleichen konnte.

Davos führte seit der 9. Minute durch Aaron Palushaj mit 1:0. Die siegsichernden Tore zum 2:0 und 3:0 gelangen Benjamin Baumgartner erst in den letzten 220 Sekunden. Baumgartner hatte für Davos schon am Mittwoch in Spiel 1 in der Schlussphase zum 3:3 ausgeglichen und damals die Verlängerung erzwungen.

Damit befindet sich wieder Davos im Vorteil, primär weil der HCD am Freitag in Bern unter Beweis stellte, dass er auch verteidigen kann. Allerdings verloren die Bündner am Freitag Stürmer Marc Wieser. Der Flügel der Davoser Paradeformation mit Enzo Corvi und Andres Ambühl schied in der ersten Spielhälfte verletzt aus.

Rapperswil - Biel 3:1 (0:1, 1:0, 2:0)

1 Zuschauer. - SR Hebeisen/Piechaczek, Cattaneo/Gnemmi. - Tore: 2. Brunner (Künzle, Cunti) 0:1. 27. Rowe (Cervenka/bei 5 gegen 3) 1:1. 43. Loosli (Wetter, Forrer) 2:1. 60. (59:13) Clark (Cervenka, Moses) 3:1 (ins leere Tor). - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 5mal 2 plus 10 Minuten (Trettenes) gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Cervenka; Cunti.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler (3.-4. Bader); Egli, Profico; Randegger, Jelovac; Sataric, Maier; Scheidegger, Dufner; Clark, Cervenka, Moses; Lehmann, Rowe, Eggenberger; Schweri, Ness, Wick; Forrer, Wetter, Loosli.

Biel: van Pottelberghe; Kreis, Moser; Lindbohm, Rathgeb; Forster, Stampfli; Tanner, Jaquet; Hügli, Trettenes, Rajala; Hofer, Komarek, Ulmer; Brunner, Cunti, Künzle; Kessler, Gustafsson, Fuchs.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Dünner, Lhotak, Payr und Vukovic (alle verletzt), Biel ohne Fey, Hischier, Lindgren und Lüthi (alle verletzt). Biel von 59:01 bis 59:13 und ab 59:19 ohne Torhüter.

Bern - Davos 0:3 (0:1, 0:0, 0:2)

0 Zuschauer. - SR Salonen/Urban, Schlegel/Abbet. - Tore: 9. Palushaj (Heinen) 0:1. 57. Baumgartner (Nussbaumer, Sund) 0:2. 59. Baumgartner (Herzog, Palushaj) 0:3. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 5mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Corvi.

Bern: Karhunen; Untersander, Henauer; Andersson, Zryd; Thiry, Beat Gerber; Colin Gerber; Conacher, Jeffrey, Olofsson; Pestoni, Praplan, Scherwey; Sopa, Heim, Moser; Berger, Neuenschwander, Bader; Jeremi Gerber.

Davos: Sandro Aeschlimann; Nygren, Jung; Stoop, Sund; Heinen, Guerra; Barandun, Hänggi; Marc Wieser, Corvi, Ambühl; Palushaj, Baumgartner, Turunen; Frehner, Egli, Herzog; Nussbaumer, Marc Aeschlimann, Ritzmann.

Bemerkungen: Bern ohne Blum, Ruefenacht und Sciaroni (alle verletzt), Davos ohne Ullström (überzähliger Ausländer).

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. April 2021 22:30
aktualisiert: 10. April 2021 10:47