Anzeige
Eishockey

Starkes Comeback: Schweizerinnen erreichen WM-Halbfinal

29. August 2021, 06:43 Uhr
Das Schweizer Frauen-Nationalteam steht dank famosem Comeback und einem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die unter neutraler Flagge angetretenen Russinnen erstmals seit 2012 in einem WM-Halbfinal.
Die Schweizer Matchwinnerin Laura Zimmermann teilt gegen die Russin Liana Ganejewa aus.
© KEYSTONE/AP/Jeff McIntosh

Laura Zimmermann schoss das Team von Trainer Colin Muller in der 6. Minute der Verlängerung ins Glück.

Nach lauter Niederlagen in der Gruppenphase machten die Schweizerinnen in den letzten elf Minuten der regulären Spielzeit dank Toren von Evelina Raselli und Phoebe Staenz ein 0:2 wett. Das 2:2 fiel 136 Sekunden vor dem Schlusspfiff, als die Schweizerinnen ohne Torhüterin in doppelter Überzahl agierten.

Begonnen hatte die Partie für die in der Gruppenphase sieglosen und seit dem verletzungsbedingten Ausfall der Schlüsselspielerin Alina Müller im ersten Duell mit Russland (1:3) gebeutelten Schweizerinnen denkbar schlecht: Nach 78 Sekunden kassierten sie das 0:1, nach achteinhalb Minuten das 0:2.

Mullers früher Goaliewechsel verfehlte seine Wirkung indes nicht: Die nach dem zweiten Gegentor für Andrea Brändli ins Spiel gekommene Saskia Maurer hielt den Kasten in der Folge rein.

In der Schlussphase streiften die Schweizerinnen dann auch ihre Ladehemmungen ab. Nach nur einem Treffer in 289 Minuten waren sie innerhalb von 17 Minuten dreimal erfolgreich. In den ersten beiden Dritteln lautete das Schussverhältnis jeweils 9:4 für Russland, im Schlussdrittel 17:9 für die Schweiz.

Somit spielen die Schweizer Eisgenossinnen wie an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi nach missglückter Gruppenphase um eine Medaille. In Sotschi hatten sie die Viertelfinals auf dem Weg zu Bronze trotz dreier Niederlagen aus drei Spielen mit einem Punktgewinn gegen Finnland erreicht, nun dank des speziellen Modus sogar mit vier Niederlagen und null Punkten.

Auf wen die Schweizerinnen in ihrem ersten WM-Halbfinal seit 2012 treffen, wurde erst in der Nacht auf Sonntag bekannt. Vor neun Jahren hatten sie mit dem 3. Schlussrang ihr bestes WM-Resultat erreicht.

Telegramm und Resultate

Team ROC - Schweiz 2:3 (2:0, 0:0, 0:2, 0:1) n.V.

Calgary. - SR Furberg/Welter (SWE/USA), Blair/Todd (CAN). - Tore: 2. Rodnowa (Ganejewa, Kadirowa) 1:0. 9. Markowa (Korschakowa, Rodnowa) 2:0. 50. Raselli (Rüegg, Rhyner) 2:1. 58. Staenz (Christen/Ausschluss Faljachowa) 2:2 (ohne Torhüterin). 66. Zimmermann (Leemann) 2:3. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Team ROC, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Schweiz: Brändli (ab 9. Maurer); Christen, Leemann; Vallario, Hauser; Welti, Sigrist; Hofstetter, Forster; Staenz, Marti, Stalder; Rüegg, Rhyner, Raselli; Lutz, Zimmermann, Rüedi; Enzler, Ingold, Quennec.

Bemerkungen: Schweiz ohne Müller, Rüegg (beide verletzt) und Spies (überzählig). 57:26 Timeout Schweiz. Schweiz von 57:26 bis 57:44 ohne Torhüterin.

Calgary. WM der Frauen. 1. Viertelfinal: Team ROC - Schweiz 2:3 (2:0, 0:0, 0:2, 0:1) n.V. In der Nacht auf Sonntag: USA - Japan, Kanada - Deutschland, Finnland - Tschechien.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. August 2021 22:05
aktualisiert: 29. August 2021 06:43