Langlauf

Sturz verhindert bei bei Tour de Ski Podestplatz von Fähndrich

1. Januar 2021, 15:55 Uhr
Bis zur letzten Abfahrt auf Podestkurs: Nadine Fähndrich verpasste im Val Müstair den erhofften Podestplatz wegen eines Sturzes
© KEYSTONE/EPA/GIAN EHRENZELLER
Auf dem Weg zu einem sicheren Podestplatz stürzt Nadine Fähndrich beim Skating-Sprint zum Auftakt der Tour de Ski im Val Müstair in der letzten Abfahrt und wird Fünfte.

Was für ein Drama! Nadine Fähndrich war beim Heimrennen auf dem Weg zu einem weiteren Spitzenplatz, als ihr in der letzten Abfahrt die Slowenin Anamarija Lampic zu nahe kam. Die Ski der beiden berührten sich leicht, und die Schweizerin kam zu Fall. Statt auf der Zielgeraden gegen die spätere Siegerin Linn Svahn und Lampic um den Sieg zu kämpfen, lag die 25-jährige Luzernerin sekundenlang im Schnee.

Sie nahm das Malheur einigermassen gelassen und ohne grosse Schuldzuweisung. «Das ist mega schade, aber das gehört im Sprint ein bisschen dazu», meinte Fähndrich im Interview mit dem Fernsehen SRF. «Es ist eng, es hat so viele starke Athletinnen, da kommt man sich halt nahe. Das ist auch das Schöne an dieser Disziplin.» Die Jury sah die Schuldfrage jedoch bei Lampic und versetzte sie vom 2. auf den 6. Platz zurück. So gewann die Zentralschweizerin, die vor Weihnachten in Dresden ihren ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, noch einen Rang und behält das rote Trikot der Sprint-Leaderin.

Das Gerangel um die Plätze lag auch an der stärkeren Konkurrenz im Gegensatz zu Dresden, wo Fähndrich mehrheitlich vorne weg gelaufen war. So kehrten die starken Schwedinnen mit Svahn, die schon beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo triumphiert hatte, und der drittplatzierten Frida Karlsson zurück, beide übrigens noch keine 22 Jahre alt.

Fähndrich zeigte aber eindrücklich, dass sie auch mit den Besten mithalten kann. Sie beendete die Qualifikation als Dritte, gewann ihren Viertelfinal-Heat überlegen und den Halbfinal in einem engen Sprint knapp. Den Sturz muss sie aber trotz der Disqualifikation von Lampic auch ein wenig auf die eigene Kappe nehmen. Sie ging die letzte Abfahrt sehr zögerlich an und liess die Slowenin so aufschliessen. «Ich bereitete mich schon darauf vor, wie ich Linn noch einholen kann», gab die Luzernerin zu. Nun könne sie nichts mehr ändern. «Das macht es fast einfacher, das Ganze abzuhaken.» Die Form stimmt jedenfalls, und wenn alles zusammenpasst, kann Fähndrich auch in der Gesamtwertung einen Top-10-Platz anvisieren.

Cologna zufrieden

Bei den Männern zeigte Dario Cologna in Sichtweite seines Elternhauses einen erfreulich starken Auftritt. Der anspruchsvolle Parcours, dessen Laufzeit fast eine Minute länger ist als zum Beispiel in Dresden, kommt ihm entgegen. Der jeweils vierfache Olympiasieger und Tour-de-Ski-Champion scheiterte im Viertelfinal nur knapp um drei Zehntelsekunden und belegte den 14. Platz. Letztmals war er im Januar 2018 in Seefeld als Zehnter in einem Sprint besser klassiert. «Das war heute sicher positiv und im Vergleich zu den letzten Jahren ein guter Sprint», zeigte sich der 34-jährige Münstertaler zufrieden. «Ich fühlte mich auch im Viertelfinal gut und hätte sogar noch etwas mehr versuchen können.»

Das lässt einiges erhoffen für die nun folgenden sieben Etappen, als erstes am Samstag ein Massenstart-Rennen in klassischer Technik über 15 km. «Was das für den Rest bedeutet, ist schwierig zu sagen», gab sich Cologna vorsichtig. «Aber ich fühlte mich schon in den letzten Tagen gut.»

Als einziger Schweizer schaffte es beim Favoritensieg des Italieners Federico Pellegrino Jovian Hediger in die Halbfinals. Dort war der Waadtländer aber chancenlos, so dass der 12. Rang resultierte. Insgesamt hatten sechs Schweizer die Viertelfinals erreicht, eine Runde weiter kam allerdings nur Hediger. Dennoch war der Auftritt der jungen Valerio Grond (18.) und Janik Riebli (26.), die zum dritten Mal in Folge in die Punkte liefen, erfreulich.

Quelle: sda
veröffentlicht: 1. Januar 2021 15:40
aktualisiert: 1. Januar 2021 15:55