Premiere

Toggenburger Snowboarder schafft Weltpremiere-Sprung

11. Oktober 2020, 13:27 Uhr
Der Toggenburger Jan Scherrer in seinem Element. (Archiv)
© Keystone
Dem 26-jährigen Snowboarder Jan Scherrer aus Ebnat-Kappel ist im Training als erster Athlet weltweit ein «Switch Alley-Oop Double Rodeo 1080 Indy to Nose» geglückt. Das ist ein rückwärts angefahrener Doppelsalto mit drei hangaufwärts gedrehten Drehungen um die eigene Achse.

Die Weltneuheit sei seit fünf Jahren in seinem Kopf herumgeschwirrt, erklärt der Toggenburger Scherrer in einer Medienmitteilung von Swiss-Ski. Er habe aber lange nicht gewusst, wie er sich an den Sprung herantasten wolle. «Ich wusste nicht, wie ich mich an diesen Sprung herantasten sollte. Ich hatte keinen Anhaltspunkt, keine Video-Aufnahmen, woran ich mich hätte festhalten können. Nichts. Eine Extremsituation für die Psyche. Schliesslicht schmeisst du deinen Körper in die Pipe und weisst nicht genau, wie es ausgeht.»

Doch er fand einen Weg, in Crans-Montana. Im Frühling dieses Jahres trainierte das Snowboard Freestyle-Team zwei Wochen im Walliser Skiort, auf dem Landingbag hoch oben auf dem Gletscher Plaine Morte.

Ein halbes Jahr und kein einziges Halfpipe-Training später folgte die Verwirklichung in Saas-Fee auf dem Schnee. Anfang Oktober steht Scherrer, 26-jährig, als erster Snowboarder weltweit einen Switch Alley-Oop Double Rodeo 1080 Indy to Nose. «Ein energiegeladener Moment», sagt Scherrer gewohnt bescheiden. «Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Trick direkt am zweiten Trainings-Tag nach so einer langen Schneepause machen werde.»

Jan Scherrer nails the first-ever switch alley-oop double rodeo 1080 indy to nose 🤯 Read the story behind the new trick: https://bit.ly/36ThPuL #swisssnowboard #legend #newtrick

Posted by Swiss Snowboard Freestyle Team on Sunday, October 11, 2020

Scherrer bleibt bescheiden

Grössenwahn sucht man bei Scherrer vergebens. Einen speziellen Namen hat er für seinen Trick nicht: «Es ist nicht mein Ziel, dass dieser Trick nach mir benannt wird, das finde ich doof. Viel wichtiger ist mir, dass die Menschen, welche sich für diese Szene interessieren, wissen, dass ich diesen Trick weltweit als Erster gemacht habe.»

Jan Scherrer
© Keystone

Nun wolle er den Sprung, der ihn schon so viele Jahre begleite, verfeinern, automatisieren und an einem Wettbewerb zeigen. Eine Anspielung an die 2022 bevorstehenden Olympischen Spiele in China? «Ja, einen Run für Olympia habe ich auch schon im Kopf.» Klar ist: Dieser Trick wird von Jan Scherrer berühmt gemacht und öffnet dem Snowboarder ganz neue Dimensionen. Die bevorstehende Saison wird zeigen, welche es sein werden.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. Oktober 2020 13:27
aktualisiert: 11. Oktober 2020 13:27