National League

ZSC ringt Leader Zug nieder

27. Januar 2021, 05:35 Uhr
Lange sah es nicht danach aus, als würden am Ende die ZSC Lions in Zug jubeln
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
Der EV Zug geht in der National League zum ersten Mal seit dem 5. Januar wieder als Verlierer vom Eis In einem spektakulären Spitzenspiel unterliegen die Zuger den ZSC Lions 6:7 nach Verlängerung.

Lange sah es danach aus, als könnte der EV Zug auch im vierten Saisonduell mit den Zürchern als Sieger hervorgehen. Die Zuger führten 4:0, 5:1 und 6:2. ZSC-Neuzugang Ryan Lasch rettete die Lions jedoch sieben Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit in die Verlängerung. Dort sorgte Garrett Roe gegen seinen Ex-Klub für die Entscheidung.

Trotz der ersten Niederlage nach zuvor sieben Siegen führt der EVZ die Tabelle weiterhin souverän an. Der ZSC hat als erster Verfolger bereits elf Punkte Rückstand.

Gerechnet nach gewonnenen Punkten pro Spiel ist weiterhin Lausanne der erste Verfolger des EVZ. Die Waadtländer, die noch sechs Partien weniger ausgetragen haben, feierten gegen ihren Lieblingsgegner Ambri-Piotta einen 2:1-Heimsieg nach Penaltyschiessen und entschieden damit auch das achte Duell in Folge gegen die Leventiner für sich.

Das Tabellenende ziert weiterhin der SC Bern. Drei Wochen nach ihrem letzten Ernstkampf kehrten die Berner, die bis zu zwölf Spiele weniger ausgetragen haben als die Konkurrenz, mit einem 0:2 in Lugano aus der dritten Quarantäne zurück. Immerhin: Weil auch die SCL Tigers (3:4 n.V. gegen Davos), Rapperswil-Jona (2:3 n.P. gegen Biel) und Ambri-Piotta allesamt verloren, enteilte die direkte Konkurrenz im Kampf um die Pre-Playoffs" nicht gross.

Lions mit unglaublicher Aufholjagd

Das Spitzenspiel verlief zunächst wie beim ersten Saisonduell dieser beiden Teams in Zug - damals siegten die Gastgeber 8:2. Nach dem ersten Drittel stand es 3:0 für die Zuger, und nach dem 1:4 der Lions (28.) ging der EVZ abermals 5:1 in Führung, diesmal in der 29. statt der 27. Minute.

Dann war es aber vorbei mit den Parallelen. Nachdem der ZSC das 2:6 (33.) kassiert hatte, verkürzte er noch vor der zweiten Pause auf 4:6 (38.). Drei der ersten vier Treffer der Gäste erzielte Hollenstein. Dem PostFinance-Topskorer der Zürcher gelangen zum dritten Mal in der laufenden Meisterschaft im Minimum drei Tore - einmal war er viermal erfolgreich. Er totalisiert nun 19 Treffer. Holleinstein trug zudem noch zwei Assists zur unerwarteten Wende bei. Das 3:6 (33.) und 5:6 (50.) erzielte Sven Andrighetto.

Das 1:0 für die Zuger hatte Yannick Zehnder bereits nach 23 Sekunden geschossen. Das 2:0 von Dario Simion fiel nach 186 Sekunden, worauf ZSC-Torhüter Lukas Flüeler durch Ludovic Waeber ersetzt wurde. Simion zeichnete auch für das 3:0 (9.) verantwortlich - er war schon beim 8:2 Doppel-Torschütze gewesen. Für den EVZ war es ein schwacher Trost, dass sie in der 21. Partie in Folge punkteten. Damit fehlen den Zentralschweizern noch zwei weitere Partien ohne eine Niederlage in der regulären Spielzeit, um die Bestmarke von Lugano aus dem Jahr 1988 zu egalisieren.

Ambri bleibt Lieblingsgegner von Lausanne

Lausanne bleibt in der heimischen Arena eine Macht. Die Waadtländer feierten beim 2:1 nach Penaltyschiessen gegen Ambri-Piotta im 13. Heimspiel der Saison bereits den elften Sieg. Für die Entscheidung sorgte mit dem zehnten und letzten Penalty ausgerechnet der Kanadier Cory Emmerton, der einst vier Saisons lang für den Gegner aufgelaufen war.

Anders als noch vor vier Tagen beim lockeren 6:0 in Ambri taten sich die Lausanner diesmal mit dem Toreschiessen schwer. Zwar brachte der Amerikaner Brian Gibbons (7.) das Heimteam früh in Führung, danach schaute für die Mannschaft von Trainer Craig MacTavish aber nichts Zählbares mehr heraus. Der Ausgleich gelang Diego Kostner nach 35 Minuten.

Tigers mit Pech und Unvermögen

Die SCL Tigers können nicht mehr gewinnen - nicht mal, wenn ihnen die drei Punkte auf dem Silbertablett präsentiert werden. Gleich dreimal verteilten sie gegen das formstarke Davos Geschenke. Als der Sieg vier Minuten vor Schluss näher rückte, leistete sich Goalie Ivars Punnenovs einen unnötigen Ausflug, der in PostFinance-Topskorer Andres Ambühls Ausgleich mündete. Bereits den ersten beiden Gegentoren waren Fehler vorangegangen.

In der Verlängerung kam noch Pech dazu. Ausgerechnet Julian Schmutz, der nächste Saison in Davos unter Vertrag steht, ging HCD-Goalie Sandro Aeschlimann etwas übereifrig an. Während der hart ausgesprochenen Strafe schoss Enzo Corvi die Davoser zum nicht mehr erwarteten Sieg. Die klare Leistungssteigerung im Vergleich zum 2:9 am Freitag in Davos brachte den Tigers nur einen Punkt ein. Damit gingen die Niederlagen- respektive Siegserien der beiden Teams weiter.

Biel schlägt Rapperswil-Jona erneut

Der EHC Biel ging in Rapperswil-Jona auch im dritten Saisonduell mit den St. Gallern innert zehn Tagen als Sieger hervor. Anders als noch beim 2:1 und 3:1 legten die Seeländer den Grundstein diesmal nicht mit einem Blitzstart. Die Entscheidung fiel erst im Penaltyschiessen. Während in diesem für die Bieler Konstantin Komarek, Yannick Rathgeb und Jason Fuchs trafen, reüssierte bei den Lakers nur Leandro Profico.

Das 3:2 nach Penaltyschiessen war für Biel der sechste Sieg aus den letzten sieben Spielen. Damit rangiert das Team von Lars Leuenberger aktuell im 6. Rang. Derweil verliessen die neuntplatzierten Rapperswil-Jona Lakers das Eis bereits zum achten Mal in den letzten zehn Partien als Verlierer. Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels mussten die Gastgeber beim Stand von 1:2 zudem den verletzungsbedingten Ausfall von Stammgoalie Melvin Nyffeler verkraften.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Januar 2021 00:04
aktualisiert: 27. Januar 2021 05:35