National League

Zug schlägt SCL Tigers nach Blitzstart 9:4

6. Februar 2021, 06:35 Uhr
Enzo Corvi erzielte gegen die Rapperswil-Jona Lakers erstmals in seiner Karriere in der National League einen Hattrick
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Nach Niederlagen gegen die ZSC Lions (6:7) und Lausanne (1:5) findet der EV Zug zum Siegen zurück. Der Leader gewinnt in Langnau 9:4.

Die Zuger vermiesten den SCL Tigers das Jubiläum, denn der Schlittschuhclub Langnau feierte am Freitag sein 75-jähriges Bestehen. Schon nach 17 Minuten lagen die Langnauer im Jubiläumsspiel mit 0:4 hinten.

Keine zweite Überraschung gelang dem SC Bern. 24 Stunden nach dem unerwarteten Sieg im Hallenstadion gegen die ZSC Lions (4:2) verloren die Berner das Heimspiel gegen den gleichen Gegner mit 0:3.

Nicht nur im Spiel SCL Tigers - Zug fielen viele Tore. Der HC Davos (6.) lag im Heimspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers (9.) 1:3 und 3:4 in Rückstand, realisierte aber in den letzten 61 Sekunden des zweiten Drittels die Wende zum 5:4 und siegte letztlich mit 7:4. Enzo Corvi erzielte erstmals in seiner Karriere drei Tore in einem National-League-Spiel.

Im zweiten Duell an den Playoff-Strichen gewann der Genève-Servette Hockey Club (7.) beim EHC Biel (8.) mit 3:2 nach Penaltyschiessen.

Früh entschieden

Die SCL Tigers feierten mit dem Heimspiel ihr 75-jähriges Bestehen. Langnau spielte in eigens für die Jubiläumspartie kreierten Jerseys. Das Jubiläumsspiel missriet den Emmentalern gründlich. Die Tigers waren für den EV Zug kein Gradmesser und verloren 4:9.

Die Partie war früh entschieden. Erik Thorell brachte mit seinem ersten Doppelpack in der Schweiz die Zuger in den ersten 256 Sekunden schon 2:0 in Führung. Nach 10 Minuten stand es 3:0, nach 17 Minuten schon 4:0. Die Tigers büssten in der Startphase dafür, dass Zug zuletzt gegen die ZSC Lions (6:7) und Lausanne (1:5) erstmals diese Saison zweimal hintereinander verloren hatte.

Erst nach dem 0:4 fanden auch die Langnauer besser ins Spiel. Sie kamen sogar bis zur 46. Minute nochmals auf 4:6 heran, weil die Innerschweizer nach dem Startfurioso zurück schalteten. Auf die Langnauer Aufholjagd folgte aber umgehend wieder eine Zuger Steigerung und drei weitere EVZ-Treffer.

Servette im Penaltyschiessen

Auch im dritten Saisonduell zwischen Biel und Genève-Servette setzte sich das Auswärtsteam durch, Servette siegte 3:2 nach Penaltyschiessen.

Beide Teams verfügen in dieser Saison mit 30 (Biel) respektive 27 Toren eigentlich über gute Powerplays, diesmal aber war das Überzahlspiel ein negativer Faktor. Nachdem die Genfer nach 116 Sekunden durch Marco Miranda in Führung gegangen waren, drehten die Bieler die Partie zwischenzeitlich mit zwei Shorthandern innert 72 Sekunden durch Anton Gustafsson (5.) und Mike Künzle (6.). Zwei Tore in Unterzahl während der gleichen Strafe waren in dieser Saison schon dem HC Davos gelungen - beim 7:5 bei den Rapperswil-Jona Lakers.

Dem nicht genug war auch der 2:2-Ausgleich von Daniel Winnik (34.) ein Shorthander. So musste das Penaltyschiessen entscheiden, in dem für die Genfer Winnik und Richard Tanner erfolgreich waren, während für die Seeländer einzig Toni Rajala reüssierte. Die Bieler erlitten die erste Niederlage nach vier Siegen und erst die zweite in den letzten neun Spielen. Die Genfer gewannen derweil auch die zweite Partie nach der Quarantäne.

Vom 1:3 zum 7:4

Die Rapperswil-Jona Lakers können gegen Davos nicht mehr gewinnen. Sie verloren mit 4:7 zum sechsten Mal in Serie, zum fünften Mal in der laufenden Meisterschaft. In diesen fünf Duellen kassierten sie nicht weniger als 32 Gegentore.

Matchwinner der Gastgeber war Enzo Corvi, dem zum ersten Mal in der National League drei Tore in einem Spiel gelangen. Das 1:1 (8.) erzielte er in Unterzahl - es war der acht Shorthander der Bündner in dieser Saison -, beim 3:3 (27.) und 4:4 (39.) war er jeweils im Powerplay erfolgreich. Corvi verzeichnete vier Skorerpunkte, wie auch Magnus Nygren, der in Überzahl zum 2:3 (19.) traf. Nur 48 Sekunden nach dem 4:4 gelang Marc Wieser das letztendlich entscheidende 5:4 - dieses fiel 13 Sekunden vor der zweiten Pause.

Zunächst sah es gut aus für die Lakers, die in der 12. Minute dank Nico Dünner 3:1 in Führung gingen. Wie schon im letzten Duell gegen den HCD reichte ein Zweitore-Vorsprung jedoch nicht zum Sieg - damals lagen die St. Galler 2:0 vorne. Im letzten Abschnitt konnten die Gäste weitere sechs Minuten in Überzahl spielen, sie brachten aber erneut nichts Zählbares zu Stande. In der Folge machten Benjamin Baumgartner (56.) und Fabrice Herzog mit einem Schuss ins leere Gehäuse (58.) alles klar.

Während die Davoser nach zwei Niederlagen zum Siegen zurückkehrten, verloren die Lakers zum neunten Mal in Serie auf fremdem Eis.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Februar 2021 22:49
aktualisiert: 6. Februar 2021 06:35