«Wir haben verdient verloren»

Fabienne Engbers, 3. Juli 2018, 21:29 Uhr
Die Schweiz ist an der WM ausgeschieden, Schweden zieht ins Viertelfinale ein. Am Public Viewing in Arbon ist man sich einig: Wir sind verdient draussen.

Wer so ein Spiel zeigt, gehört nicht in ein Viertelfinale einer Weltmeisterschaft. Dieser Meinung ist in Arbon am Public Viewing nicht nur der einheimische Robert, sondern, wie man meint, eine ganze Stadt. Rund 2000 Menschen haben sich in Arbon am See versammelt, um das Achtelfinale zwischen der  Schweiz und Schweden zu sehen.

Als wäre man im Stadion

Mehr als 90 Minuten lang haben die Fans, die mehrheitlich im Nati-Trikot erschienen sind, gezittert. Nach der Pause wurden immer wieder «Hopp Schwiz»-Rufe laut, man meinte fast, man stehe im russischen Stadion. Bei den guten Chancen gingen «Aaahs» und «Ouuhs» durch die Runde, beim Führungstreffer der Schweden stand beinahe das ganze Zelt. Die Stimmung war gut, bis 90 Minuten gespielt waren.

Dann machte sich Ernüchterung breit, den Leuten wurde klar, «wir sind draussen, vorbei die WM, an der wir endlich mit einem soliden Kader anreisten, dass mehr hätte zeigen können, als ein 0:1 gegen Schweden.» Viele verliessen das Public Viewing am See schneller als die Schweizer Nati das Fussballfeld.

«Das Weiterkommen hätten wir nicht verdient»

«Wir hatten die Chance, aber wir haben sie wieder nicht genutzt», sagt Michael Kellenberger aus Arbon. «Das tut weh.» Anders sieht dies Robert Jenen. «Wenn man gegen Schweden so spielt, hat man das Weiterkommen nicht verdient. Der gesamte Sturm hat versagt.»

Des einen Leid ist des anderen Freud. Matthias ist ein Schwede uns war ebenfalls am Public Viewing. Er ist einer der Einzigen, der nach dem Spiel ein Strahlen auf dem Gesicht hat. «Klar hätte ich mich auch gefreut, wenn die Schweiz gewonnen hätte. Aber als Schwede habe ich natürlich den Schweden die Daumen gedrückt.» Im Gegensatz zu den Schweizer Fans kann er dies auch im Viertelfinal weiterhin tun.

Die Fast-Tore der Schweiz in Arbon:

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Fabienne Engbers
veröffentlicht: 3. Juli 2018 20:44
aktualisiert: 3. Juli 2018 21:29