Fifa zeigt Ticketportal Viagogo an

René Rödiger, 5. Juni 2018, 11:57 Uhr
Zugang zu den WM-Stadien erhält nur, wer das Ticket über die Fifa gekauft hat.
Zugang zu den WM-Stadien erhält nur, wer das Ticket über die Fifa gekauft hat.
© Keystone/AP Photo/Anton Basanaev
Die Fifa geht gegen den Weiterverkauf von WM-Tickets vor. Der Weltfussballverband hat am Montag das Ticketportal Viagogo in Genf angezeigt.

«Die letzten Monate hat die Fifa mehrere Reklamationen von Einzelpersonen und Konsumentenschutzorganisationen zu den undurchsichtigen und irreführenden Geschäftspraktiken der Viagogo AG erhalten», heisst es in einer Mitteilung des Weltfussballverbands.

Im Vorfeld der WM 2018 in Russland wurden auch Tickets ausserhalb der offiziellen Verkaufskanäle der Fifa, namentlich auf Ticketportalen wie Viagogo, zum Kauf angeboten. Deshalb habe man am Montag bei der Staatsanwaltschaft in Genf Strafanzeige eingereicht.

Die Fifa schreibt, dass «der Kampf gegen den Weiterverkauf der Tickets» der Sicherheit der Fans diene. Deshalb habe die Fifa auch das Gespräch mit der Uefa gesucht und man wolle gemeinsam gegen solche Plattformen vorgehen. Dazu habe man sich mit der Fédération romande des consummateurs (FRC), einer Konsumentenschutzorganisation, zusammengeschlossen.

«Wir erachten den Weiterverkauf der Tickets als schweres Vergehen», schreibt die Fifa. Sollten über solche Kanäle gekaufte Tickets bei der WM entdeckt werden, würden sie umgehend annulliert. Für die WM hat die Fifa deshalb «strenge Kontrollen» angekündigt.

Die Fifa-Klage ist nicht die erste Anzeige gegen Viagogo. Im vergangenen Herbst hat unter anderem das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gegen den Tickethändler eine Zivilklage eingereicht.

Viagogo sorgt auch im FM1-Land immer wieder für Ärger. Die Verantwortlichen des Zirkus’ Knie beklagten sich schon mehrfach über den Tickethändler. Bei den Knie-Vorstellungen in St.Gallen im Frühling deklarierte Viagogo Vorstellungen als ausverkauft, obwohl noch Tickets zu haben waren. Dies um Tickets teurer an die Zirkusbesucher verkaufen zu können. Knie kündigte an, die Problematik von seinen Anwälten juristisch klären zu lassen.

René Rödiger
Quelle: red.
veröffentlicht: 5. Juni 2018 11:51
aktualisiert: 5. Juni 2018 11:57