«Ich schaue mit gemischten Gefühlen»

Krisztina Scherrer, 22. Juni 2018, 09:03 Uhr
Heute Abend spielt unsere Nationalmannschaft gegen Serbien. Für den Ex-Profi-Fussballer Boban Antic aus St. Margrethen eine schwierige Angelegenheit. Sein Herz schlägt für beide Nationen.
«Dieses Jahr schaue ich mir die WM mit meiner Frau und unserem kleinen Kind an.»
© (zVg/Boban Antic)

Er hat es heute Abend nicht einfach. Der ehemalige FCSG-Spieler Boban Antic ist serbisch-schweizerischer Doppelbürger. Das WM-Spiel zwischen Serbien und der Schweiz wird er mit gemischten Gefühlen schauen. «Ich habe lange mit Nationalspieler Michael Lang in St.Gallen trainiert und mit meinem Schwager Aleksandar Prijovic, der für Serbien spielt, bin ich aufgewachsen. Ich weiss nicht genau, für wenn ich mehr mitfiebern soll.»

«Wir drehen den Fernseher laut auf»

Mit wem er vor dem Fernseher sitzt, weiss er dafür ganz genau: «Dieses Jahr schaue ich mir die WM mit meiner Frau und unserem kleinen Kind an. Sicher sehe ich mir auch noch ein, zwei Partien mit meinen Freunden an und je nach Wetter gehen wir ins Public Viewing.» Auf die Frage ob es in Serbien vor dem Spiel besondere Rituale gibt, lacht er: «Eigentlich nicht. Wir ziehen einfach das Dress an und drehen den Fernseher laut auf.»

Fussball ist in den Hintergrund gerückt

Fussball war in Serbien lange die Sportart Nr. 1: «Mit den Misserfolgen in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ist der Fussball in den Hintergrund gerückt. Die Leute interessieren sich vermehrt für Basketball und Tennisspieler Novak Djokovic.» Trotzdem denkt Boban Antic, dass Serben während des Fussballspiels emotionaler sind als Schweizer.

Es wird schwierig für die Schweiz und Serbien

Boban Antic hütete in seiner Karriere unter anderem das Tor für die St.Galler U-21-Mannschaft, Rapperswil-Jona, den SC Brühl und für Vaduz. Seit Sommer 2013 spielt er in der 1. Liga bei Eschen-Mauren. Wie schätzt der Fussballer die Chancen für die Schweiz und Serbien an der WM ein? «Für die Schweiz und Serbien wird es sehr schwierig in der Gruppenphase. Brasilien ist für mich sicher gesetzt und ich denke, dass sich Costa Rica vor der Schweiz durchsetzen wird.»

(sk)

Krisztina Scherrer
veröffentlicht: 22. Juni 2018 08:46
aktualisiert: 22. Juni 2018 09:03
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