Zoff zwischen SSC St.Margrethen und Swiss Ski

Sandro Zulian, 14. November 2016, 16:05 Uhr
Der SSC St.Margrethen tritt aus dem Ostschweizerischen Skiverband aus.
Der SSC St.Margrethen tritt aus dem Ostschweizerischen Skiverband aus.
© Symbolbild/Archiv
Dicke Luft zwischen dem Ski- und Snowboardclub St.Margrethen (SSC) und dem Ostschweizer Skiverband (OSSV). Der regionale Verein hält die neusten Preiserhöhungen bei den Mitgliederbeiträgen für zu hoch und tritt nun aus dem Schweizer Skiverband aus.

«Die Mitgliederbeiträge der beiden Verbände wurden stark erhöht», sagt Dominik Weder vom SSC St.Margrethen. Darum habe sich der Ski- und Snowboardclub aus dem St.Galler Rheintal entschieden, bei Swiss Ski auszusteigen und somit auch aus dem Ostschweizer Skiverband. Denn ein Skiclub muss bei Swiss-Ski angemeldet sein, um dem regionalen Skiverband anzugehören. Das tut der SSC St.Margrethen nun nicht mehr.

Markante Erhöhung

Auf Anfrage von Radio FM1 sagt Dominik Weder, Präsident des SSC St.Margrethen: «Vor zwei Jahren hat der Ostschweizer Skiverband beschlossen, unsere Beiträge um 66% Prozent zu erhöhen.» Von sechs auf zehn Franken pro Person.  Der Beitrag von Swiss Ski wurde erst kürzlich ebenfalls angehoben. Um 55% Prozent, von 18 auf 28 Franken. «Weil wir keine Vorteile aus den Mitgliedschaften ziehen können, haben wir uns entschieden, auszusteigen.» Der SSC St.Margrethen betreibe keinen Spitzensport, deswegen bekäme der Club keine entsprechenden Zulagen. «Wir sind ein Verein aus dem Flachland und bekommen keine Beiträge. Weder von Swiss Ski noch vom Ostschweizerischen Skiverband», so Weder.

OSSV enttäuscht

«Ich finde den Entscheid vom Ski- und Snowboardclub St.Margrethen schade», sagt Niklaus Feldmann, der Präsident des Ostschweizer Skiverbands.  «Leute, die gerne Skifahren und bei Swiss Ski angemeldet waren, verlieren damit etwas.» Dass der Club wegen dieser Preiserhöhung aussteigen will, kann Feldmann nicht verstehen. «Wer bei Swiss Ski angemeldet ist, profitiert von vielen Verbilligungen und Angeboten.» Es sei jedoch ein demokratischer Entscheid gewesen, welcher der OSSV wie auch Swiss Ski akzeptieren müssen. «Ich bin mir nicht sicher, ob sich diese Leute immer bewusst sind, was sie damit verpassen», moniert Niklaus Feldmann.

Unfair

«Wir haben vom SSC St.Margrethen noch nie eine Anfrage bezüglich Geld bekommen», ist sich Niklaus Feldmann vom Ostschweizer Skiverbands sicher. «Jetzt zu sagen, man sei ausgetreten, weil man nie Unterstützung bekommen hat, ist einfach eine böse Unterstellung.» Der Club bekäme nach wie vor «Jugend und Sport» Gelder, auch wenn sie nicht mehr Mitglied beim OSSV sind. «Zu sagen, man bekomme keine Mittel finde ich einfach unfair», beklagt sich Feldmann.

Unwissenheit ausgenutzt

Dominik Weder vom Ski- und Snowboardclub St.Margrethen lässt das nicht gelten: «Die Sache mit den Anfragen ist relativ.»Dem Club sei gesagt worden, dass sie die Erhöhung der Mitgliedschaft zurückerhalten werden, wenn sie einen Antrag beim OSSV stellen. Weder vermutet: «Man geht ein wenig davon aus, dass die Vereine das nicht wissen. So bleibt dann mehr Geld für die Verbände.»

Sandro Zulian
Quelle: lae/saz
veröffentlicht: 14. November 2016 16:05
aktualisiert: 14. November 2016 16:05