St.Gallen scheitert auf der Zielgeraden

Ein enttäuschter Tranquillo Barnetta tritt nach dem Spiel gegen den FC Zürich ein letztes Mal vom Rasen ab.
Ein enttäuschter Tranquillo Barnetta tritt nach dem Spiel gegen den FC Zürich ein letztes Mal vom Rasen ab. © KEYSTONE/Christian Merz
In einem spannenden Saison-Finale um europäische Plätze kommt der FCSG gestern Samstag gegen den FC Zürich nicht über ein 1:1 hinaus. Damit scheitern die Espen wortwörtlich auf der Zielgeraden.

Nach einer umkämpften, aber fair geführten Partie müssen die Espen ihre europäischen Ambitionen begraben. Die Nachwirkungen nach dem Kraftakt gegen YB waren am Samstagabend ausschlaggebend, dass die Grün-Weissen ihr Pressing nicht über die volle Spieldauer entfalten konnten. Schlussendlich ist die Punkteteilung gerecht, beide Mannschaften hätten den Lucky-Punch erzielen können. Hier sind unsere Spielernoten:

Tor

Dejan Stojanovic: 5.5
Ein sicherer Rückhalt in einer umkämpften Partie. Zeigte tolle Paraden und hielt die Türe nach Europa für seine Farben offen.

Verteidigung

Silvan Hefti: 5.0
Belebte das Angriffsspiel über die Flügel und vermochte besonders im ersten Durchgang zu überzeugen. Harmoniert gut mit Guillemenot. Gewann besonders gegen Spielende viele Zweikämpfe.

Milan Vilotic: 5.0
Liess sich nichts zuschulden kommen. Spielte eine ansprechende Partie und hat sich seit seiner Reaktivierung zu einem sicheren Wert in der St.Galler Hintermannschaft gemausert. Wir würden ihn auch gerne nächste Saison für Grün-Weiss spielen sehen.

Musah Nuhu: 4.5
Spielte erneut stark auf, auch wenn er heute einige kleinere Unsicherheiten zeigte. Muss in der Spielauslösung noch besser werden, im Defensivbereich aber ein Versprechen für die zukünftige Saison.

Andreas Wittwer: 3.5
Wird sich seine (wahrscheinlich) letzte Partie für den FCSG etwas anders vorgestellt haben. Sah beim Ausgleich äusserst unglücklich aus und bekundete Mühe mit schnellen Khelifi.

Mittelfeld

Majeed Ashimeru: 4.0
Hatte in der Schlussphase das «3-Millionen-Tor» auf dem Fuss, scheiterte aber kläglich. Blieb ansonsten blass, was jedoch seine Leistung über die ganze Saison hin gesehen nicht schmälert. Bereicherte das St.Galler Mittelfeldspiel unheimlich und wird mit seinem Abgang eine grosse Lücke hinterlassen.

Jordi Quintillà: 4.5
Defensiv äusserst solide, jedoch mit wenig Zugriff auf die Offensive. Dass das YB-Spiel viel Kraft gekostet hatte, war bei ihm besonders ersichtlich.

Derek Kutesa: 5.0
Legte los wie die Feuerwehr und war in der ersten Halbzeit einer der besten für Grün-Weiss. Die Zürcher Hintermannschaft fand kein Rezept gegen den Mittelfeld-Blitz. Verlor nach dem Seitenwechsel etwas den Faden.

Vincent Sierro: 4.5
Nach zuletzt durchzogenen Leistungen zeigt die Formkurve in den letzten Spielen wieder etwas nach oben. Integrierte sich gut in den Spielaufbau und versorgte im ersten Durchgang die Offensive mit klugen Pässen. Tauchte nach dem Pausentee etwas ab.

Tranquillo Barnetta: 5.0
Konnte nach seinem Abschied vor heimischer Kulisse auch in der Fremde nochmals überzeugen. Seine Erfahrung, Spielübersicht und Präzision werden den Espen in der nächsten Saison bitter fehlen.

Sturm

Jérémy Guillemenot: 5.0
Zeigte eine ausgesprochen engagierte Leistung. Belohnte seine Mühen mit einem sehenswerten Treffer und spulte viele Kilometer an Laufleistung ab. Baute nach der Halbzeit stark ab und wurde folgerichtig ausgewechselt.

Cedric Itten: –
Aufgrund der kurzen Einsatzzeit verzichten wir auf eine Bewertung.

Axel Bakayoko: –
Aufgrund der kurzen Einsatzzeit verzichten wir auf eine Bewertung.

Simone Rapp: –
Aufgrund der kurzen Einsatzzeit verzichten wir auf eine Bewertung.

FM1Today-Teamdurchschnitt: 4.6

Fazit

Auf den letzten Metern eingeholt – auch wenn man das Rennen nicht heute verloren hat. Dies dürfte das Fazit nach einer ansprechenden Leistung gegen den FC Zürich gewesen sein. Peter Zeidler sagte an der Pressekonferenz bezeichnend: «Wir sahen den reifen Apfel schon am Baum hängen, aber als wir ihn pflücken wollten, hat man uns die Leiter umgestossen.» Der Apfel hätte indes schon bedeutend früher gepflückt werden können, hätten die Espen in Spielen wie z.B. in Lugano etwas mehr Konstanz an den Tag gelegt. So endet eine durchzogene Saison mit einem faden Beigeschmack, auch wenn Trainer Zeidler angesichts der knappen finanziellen Mittel beinahe das Optimum aus dieser Mannschaft herausgeholt hat.

(Reto Latzer)


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