St. Gallen souverän im Cup-Achtelfinale

Majeed Ashimeru im Zweikampf mit Muris Luigi Milicaj. Im nächsten Cup-Spiel wartet Sion.
Majeed Ashimeru im Zweikampf mit Muris Luigi Milicaj. Im nächsten Cup-Spiel wartet Sion. © KEYSTONE/Urs Flueeler
Mit einer überzeugenden Leistung setzt sich der FC St. Gallen ohne Probleme im Sechzehntelfinale des Schweizer Cups im Aargau gegen den FC Muri durch. Der Gegner aus der zweiten Liga interregional war dabei zu keiner Zeit ein Gradmesser: Schon nach acht Minuten führten die Espen mit zwei Toren, am Ende gewinnen sie trotz eines leichten Nachlassens in der zweiten Halbzeit mit 7:0. Insbesondere Vincent Sierro überzeugte dabei mit einem Traumtor und drei Assists. Hier ist die Spielerbewertung.

Tor:

Dejan Stojanovic: Note 5,0. Beinahe beschäftigungslos. Gibt es einen Ball abzuwehren, ist er aber wach und zur Stelle.

 

Verteidigung:

Andreas Wittwer: Note 4,0. In der Defensive ohne Fehl und Tadel. Offensiv dürfte aber gegen einen derart inferioren Gegner mehr von ihm kommen.

Leonel Mosevich: Note 5,0. Gewann jeden Zweikampf, die Murianer hatten sichtlich Mühe mit seiner robusten Spielweise. Auch in der Luft eine Bank.

Silvan Hefti: Note 4,0. Durchzogene Leistung, zeigte einige ungewohnte Aussetzer. Liess sich einmal ziemlich unbedarft von seinem Gegenspieler ausspielen, dann verletzte er durch ein ungestümes Einsteigen beinahe noch den eigenen Torwart.

Nicolas Lüchinger Note 3,5. Seine Laufleistung war zwar wie in jedem Spiel absolut lobenswert, er hat aber in letzter Zeit oft Mühe mit der Dosierung seines Einsatzes. Ein Sprint über den halben Platz bringt wenig, wenn danach der einfache Pass nicht beim Mitspieler ankommt.

 

Mittelfeld:

Majeed Ashimeru: Note 5,0. Seine Ballführung wie immer auf ausserordentlich hohem Niveau, leitet so auch seinen eigenen Treffer mit hervorragendem Dribbling ein. Was aber auffällt, ist die grosse Streuung seiner meist völlig ungefährlichen Weitschüsse – daran sollte er dringend arbeiten.

Jordi Quintillà: Note 4,5. Überzeugte wie so oft defensiv durch eine hohe Spielintelligenz, trat aber offensiv kaum in Erscheinung. Musste er allerdings auch nicht.

Vincent Sierro: Note 5,5. Mit seiner Leistung in der ersten Halbzeit definitiv Mann des Spiels, insbesondere sein 2:0 verdiente die Marke Traumtor. In der zweiten Halbzeit nicht mehr so präsent, was eine noch bessere Bewertung verhindert.

 

Sturm:

Dereck Kutesa: Note 4,5. Begann das Spiel sehr stark und konnte sich mehrere Male im Dribbling gleich gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen. Wurde dann aber immer schwächer, muss also an seine Konstanz und auch an seiner Effizienz im Abschluss dringend noch arbeiten.

Cédric Itten: Note 5,0: Erzielte in nur 45 Minuten gleich zwei Tore, vergab aber gleichzeitig auch zwei weitere Hundertprozentige. In der zweiten Halbzeit geschont für die Meisterschaft, ist weiterhin die wichtigste Figur im St. Galler Offensivspiel.

Roman Buess: Note 4,5. Ebenfalls mit zwei Toren, allerdings in 90 Minuten. War einige Male zu eigensinnig und verlor den Ball im Eins gegen Eins – definitiv nicht seine Stärke.

 

Einwechselspieler (mindestens 45 Minuten Spielzeit):

Tranquillo Barnetta: Note 4,0. Bereitete mit einem gut getretenen Freistoss den letzten St. Galler Treffer vor. Ansonsten aber auch mit einigen Fehlzuspielen, war ab und zu zu langsam für das schnelle Direktspiel der Espen.

Kekuta Manneh: Note 4,0. War aggressiv im Pressing, verpasste aber gelegentlich den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel. Kam mit einem Weitschuss beinahe noch zur Torpremiere, insgesamt muss aber deutlich mehr kommen von einem Einwechselspieler.

 

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,5.

Fazit: Treten die Espen auf wie in der ersten Halbzeit, dürften sie auch in der Super League nur schwer zu stoppen sein. In der zweiten Halbzeit war die Leistung allerdings insgesamt unbefriedigend, insbesondere die Einwechselspieler konnten nicht mit dem Rhythmus der ersten Spielhälfte mithalten. Nach dem Heimspiel gegen den FC Lugano am kommenden Sonntag folgt eine englische Woche mit Spielen in Bern und gegen die Grasshoppers – da wird es wichtig sein, dass auch die Spieler aus der zweiten Reihe nicht abfallen.

(Johannes Graf)


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