Kita-Betreuer gab sich als Babysitterin aus

In diesem Gebäude im Osten der Stadt St.Gallen hat der Beschuldigte gearbeitet.
In diesem Gebäude im Osten der Stadt St.Gallen hat der Beschuldigte gearbeitet. © FM1Today
Wegen des Verdachts, Kinderpornos im Netz verbreitet zu haben, wurde im Juli ein Angestellter der Kindertagesstätte Fiorino Ost verhaftet. Offenbar hat er sich im Internet als Babysitter angeboten und sich als Frau ausgegeben.

Der Kita-Betreuer, der wegen des Verdachtes, Kinderpornos im Netz verbreitet zu haben, Anfang Juli verhaftet wurde, hat als Babysitter gejobbt. Laut 20 Minuten bot der 32-Jährige in Internet seine Dienste als Babysitter an. Der Mann ist ausgebildeter Fachmann für Betreuung.

Mann als Babysitter tätig

Gegenüber 20 Minuten sagte eine Frau, sie habe die Dienste des verdächtigen Mannes in Anspruch genommen und war sehr zufrieden. «Er war sehr anständig und in keinster Weise auffällig», so die Frau zu 20 Minuten. Dies, ob wohl der Mann erst vorgab, jemand anderes zu sein. «Er erzählte mir beim Vorstellen, dass er sich auf der Plattform zuerst als Frau ausgab, um eine Stelle zu finden, dann erst als Mann», sagt die Frau.

Offenbar hatte sich der 32-Jährige in der Vergangenheit darüber beschwert, dass Männer unter Generalverdacht stünden, wenn sie mit Kindern arbeiteten.

Betroffene Kinderkrippe nimmt Stellung

«Am 4. Juli 2018 wurde der Verwaltungsrat der Fiorino AG von der Staatsanwaltschaft St.Gallen darüber informiert, dass ein Mitarbeiter der Fiorino Kinderkrippe St.Gallen Ost im Verdacht stehe, kinderpornografisches Material im Netz verbreitet zu haben», heisst es in einem Statement der Fiorino AG, welche FM1Today vorliegt. Die Staatsanwaltschaft hat den beschuldigten Mann in Untersuchungshaft genommen.

Kein Fehlverhalten am Arbeitsplatz

Der Verwaltungsrat der Fiorino AG habe daraufhin das Arbeitsverhältnis mit dem 32-jährigen Mitarbeiter fristlos aufgelöst. Die Staatsanwaltschaft habe gegenüber der Kindertagesstätte ausdrücklich bestätigt, dass es bisher keinerlei Anhaltspunkte auf fehlbares Verhalten am Arbeitsplatz gebe, oder dass gar betreute Kinder in irgendeiner Weise davon betroffen seien, schreiben die Kita-Betreiber im Statement.

Der Bericht von TVO

Kita ergreift sofort Massnahmen

«Über den Umfang der ihm zur Last gelegten Vergehen liegen der Fiorino AG keine detaillierten Informationen vor», heisst es weiter. «Die Verantwortlichen der Fiorino Kinderkrippen zeigen sich über den Vorfall schockiert und zutiefst betroffen. Nach einer umgehenden persönlichen Information aller Eltern und Mitarbeitenden in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2018 wurden Massnahmen ergriffen.» Unter anderem hat die Kindertagesstätte Fiorino St.Gallen Ost die Aufsichtsbehörde beim kantonalen Amt für Soziales informiert. Ferner wird mit dem Kinderschutzzentrum zusammengearbeitet.

VR-Präsident hat offenes Ohr

Jacques Hefti, Verwaltungsratspräsident der Fiorino Kinderbetreuung AG, sei jederzeit für die Eltern erreichbar und stehe auch den Mitarbeitenden zur Verfügung. Die freie Stelle des entlassenen Mannes wurde wieder belegt. Den untersuchenden Behörden werde Unterstützung angeboten, um den Fall lückenlos aufklären zu können.

Wohlergehen der Kinder am wichtigsten

«Das Wohlergehen der Kinder wie auch die Anliegen der Eltern sind für die Fiorino AG das Wichtigste», schreibt der Verwaltungsratspräsident weiter. Die Fiorino AG habe in den letzten Tagen und Wochen viele schöne und unterstützende Rückmeldungen von Eltern erhalten – bezüglich Mitarbeitenden, Offenheit und Transparenz.

Wer ist Fiorino?
Die Fiorino Kinderkrippen bieten seit 1992 qualifizierte, familienergänzende Kinderbetreuung in der Stadt und in der Region St. Gallen an. Die Trägerschaft ist als Verein organisiert, während die verschiedenen Krippenstandorte durch eine Betriebsgesellschaft professionell geführt werden. Die Fiorino Kinderkrippen sind vom Kanton St.Gallen anerkannt und arbeiten eng mit der Stadt St.Gallen sowie den Trägergemeinden in der Region zusammen. Die Fiorino Kinderbetreuung mit neun Standorten in St.Gallen, Abtwil, Engelburg, Horn, Steinach, Tübach und Waldkirch betreut rund 500 Kinder im Säuglingsalter bis zur 6. Klasse.
(pd/red.)


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