Nächste Runde im St.Galler Schülerstreik

Rund 350 Schülerinnen und Schüler demonstrierten in St.Gallen.
Rund 350 Schülerinnen und Schüler demonstrierten in St.Gallen. © FM1Today/Tobias Bruggmann
Rund 350 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Ostschweiz zogen demonstrierend durch St.Gallen und forderten eine neue Klimapolitik. In der Kritik standen aber nicht nur Klimapolitiker, sondern auch die Kantonsschule.

Wer am Freitagmorgen gemütlich durch die St.Galler schlendern wollte, wurde abrupt gestört. Rund 350 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Ostschweiz demonstrierten für einen radikalen Wandel in der Klimapolitik. Dafür streikten sie und zogen mit Transparenten und Sprechchören durch die Altstadt. Es ist bereits der zweite Streik innert kurzer Zeit (FM1Today berichtete). Das Vorbild für die Streiks ist die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg, die seit August die Schule am Freitag nur noch teilweise besucht, um gegen die Klimapolitik zu protestieren.

Nachdem die Kanti St.Gallen den ersten Streik tolerierte, verlangte die Schule jetzt eine korrekte Absenzerledigung mit einer schriftlichen Stellungnahme. Das sorgt für Kritik bei den Organisatoren. «Für den Besuch des heutigen Streiks müssen die Eltern unterschreiben. Für uns geht es aber genau darum, die ältere Generation nicht zu bitten, unsere Zukunft zu retten», sagt Dominic Truxius vom Organisationskomitee. «Ich war immer der Auffassung, dass man eine politische Meinung selbst bildet und nicht seine Eltern fragen muss, welche politischen Positionen man haben darf, und welche nicht.»

Zuspruch von Passanten

Viele Passanten bleiben verwundert stehen, als sie die Streikenden sehen. Nur wenige äussern sich dabei kritisch, die meisten Leute unterstützen die Aktion. Doch sie geben zu bedenken: «Hoffentlich denken sie an den Klimastreik, wenn sie das nächste Mal in ein Flugzeug steigen.»

Der Demonstrationszug wurde von der St.Galler Stadtpolizei begleitet. Hauptsächlich, um den Verkehr zu regeln. «Die ganze Demonstration ist ohne Zwischenfälle verlaufen», heisst es von der Polizei.

Streik ausgeweitet

Zum ersten Mal streikten auch 120 Jugendliche von anderen Ostschweizer Kantonsschulen, wie Wil oder Wattwil, und liefen an der St.Galler Demo mit. An diesen Schulen wurden vorerst keine Absenzen verteilt. Die Rektorenkonferenz des Kantons St.Gallen trifft sich aber nächste Woche, um das Thema Klimastreik zu besprechen.

«Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir in der nächsten Woche einen eigenen Streik durchführen», sagt Anna Miotto von der Kanti Wil. Definitiv sei das aber noch nicht. Dass der Streik weiter geht, ist auch für die St.Galler Organisatoren klar. Am nächsten Freitag, ist nämlich wieder ein nationaler Streiktag, wo auch in anderen Schweizer Städten für das Klima gestreikt wird.

(tob)


Newsletter abonnieren
42Kommentare
noch 500 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel