St.Galler Wakeboarder bei Europas Elite

Von Noémie Bont
Dieses Ostschweizer Wakeboard-Talent messt sich mit den besten von Europa.
Dieses Ostschweizer Wakeboard-Talent messt sich mit den besten von Europa. © zVg
Ab Mittwoch mischt sich ein Ostschweizer unter die besten Wakeboarder von Europa. Mit gerade mal 16 Jahren nimmt Jeromé Foré aus Thal an der Wakeboard-EM in Kiew teil. Doch die Konkurrenz ist hart.

Weil ihm das Herumliegen auf dem Hausboot am Bodensee «zu langweilig» wurde, hat er das Hobby Wakeboarden für sich entdeckt. So wurde der Wassersport mehr und mehr zu seiner Leidenschaft, die ihn bis in die ukrainische Hauptstadt Kiew gebracht hat. Der Thaler Jeromé Foré nimmt diese Woche an den Wakeboard-Europameisterschaften teil.

Die Bedingungen sind perfekt

Als stärkste Wakeboard-Nationen gelten Italien und Frankreich. Die Schweiz gehört nicht dazu. Trotzdem reiste der 16-jährige St.Galler Jeromé Foré nicht alleine nach Kiew. Er wird begleitet von einer zehnköpfigen Delegation, die alle in unterschiedlichen Kategorien starten. Foré gehört zur Kategorie U18. «Das Niveau ist dort extrem hoch. Es sind rund 40 Mitbewerber in meiner Kategorie.»

Am Mittwoch beginnt für den jungen Wakeboarder die erste Qualifikationsrunde. Er tritt gegen sechs Mitbewerber an und versucht dabei sein bestes zu zeigen. «Der Wettkampf findet auf einem breiten Fluss statt, der mitten durch die Stadt Kiew fliesst. Dort sind die Bedingungen perfekt. Der Fluss hat kaum Wellen und es ist praktisch windstill.» Besten Bedingungen um die spektakulären Sprünge zu stehen.

«Ich will zwei Runden weiterkommen»

Der Wettkampf an der EM findet zwischen zwei Bojen statt, die mehrere hundert Meter auseinander sind. Jeromé Foré hat während einer Hin-und Rückfahrt zwischen den beiden Bojen Zeit, seine besten Tricks zu zeigen. «Auf dieser Strecke kann man maximal zehn Sprünge zeigen, die mit einer Gesamtpunktzahl am Schluss bewertet werden.» Schafft er es in der 6er-Gruppe auf Platz eins oder zwei qualifiziert er sich direkt für die nächste Runde. Die Fahrer auf Platz drei und vier erhalten eine zweite Chance und dürfen in einem Duell, nochmals gegeneinander um einen Qualifikationsplatz kämpfen. So kann man sich in Richtung Finals hieven, doch Jeromé Foré denkt noch nicht soweit. «Ich hoffe, dass ich mindestens zwei Runden weiterkomme.»

Mit dieser Taktik hat es auch an der Schweizermeisterschaft im September vor einem Jahr geklappt. Dort hat sich der 16-Jährige mit dem zweiten Patz bei den Junioren direkt für die Wakeboard-Europameisterschaft qualifiziert.

Kontakte knüpfen an der EM

Seine Konkurrenten hat Jeromé Foré vereinzelt persönlich getroffen. Einerseits im Training auf dem Wettkampfplatz oder während einigen seiner nächtlichen Aktionen. «Manchmal klopfe ich in unserem Hotel an irgendwelche Zimmertüren und versuche so Kontakte zu den Mitbewerbern zu knüpfen.»

Zu spannenden Begegnungen wird es sicherlich auch vor Wettkampfbeginn am Mittwochmorgen kommen. Dann findet eine Eröffnungszeremonie statt. Dort vertritt Jeromé Foré mit der zehnköpfigen Delegation die Schweiz. Im Nati-Dress und mit einer grossen Schweizer Fahne in der Hand marschieren sie durch die Stadt Kiew, die dem Ostschweizer sehr gut gefällt. «Die Hochhäuser sind so hoch und die nächtliche Beleuchtung der Stadt sehr eindrücklich. Mir gefällt es hier.»

Jeromé Foré hat mit sieben Jahre alt begonnen Wakeboard zu fahren und trainiert im Moment hauptsächlich auf dem Luganersee. Der Bodensee ist für ihn nicht mehr geeignet, da die Kursschiffe zu viele Wellen produzieren. Dazu windet es am Bodensee für den jungen Wakeboard-Profi zu stark. Ab und zu zieht es den 16-Jährigen für ein Training auch nach Italien an den Ortasee.


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