Stadt soll Skatepark-Schulden zahlen

Von Fabienne Engbers
Der Skatepark in Arbon ist an schönen Tagen gut besucht. (Archiv)
Der Skatepark in Arbon ist an schönen Tagen gut besucht. (Archiv) © Tagblatt/Reto Martin
Der Skatepark in Arbon ist seit mehr als drei Jahren in Betrieb. Trotzdem sind noch immer nicht alle Schulden an die Bauunternehmung gezahlt. Jetzt will die Stadt aushelfen.

Sie springen druch die Luft oder stehen da, ganz oben an der Schanze, ausgestattet mit Helm, Schonern und natürlich ihrem Skateboard. An einem schönen Tag lockt der Skatepark beim Arboner Seeparksaal viele Skateboarder an. Die Betonanlage ist schon lange in Betrieb, allerdings ist sie noch immer nicht vollkommen abbezahlt. Laut Recherchen des «Felix» schuldet der Skateverein dem Bauunternehmen Walo Bertschinger noch immer 40’000 Franken, rund zehn Prozent der ursprünglichen Baukosten.

«Wir wollen die Jungen nicht im Stich lassen»

Knapp die Hälfte der noch übrigen Schulden soll nun die Stadt Arbon übernehmen. Das Angebot des Stadtrats über rund 18’000 Franken steht bereits und wurde abgesegnet. Der Lotteriefonds des Kantons Thurgau soll ausserdem 4000 Franken beisteuern. Die offene Haltung des Stadtrats gegenüber dem Skatepark kommt aus einem offenen und vertrauten Verhältnis der involvierten Parteien. Der noch junge Verein hat gezeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann. «Die Jungen haben sehr viel gemacht – mehr als die Hälfte der Kosten für den Bau des Skatepars haben sie selbst zahlen können», sagt Hans-Ulrich Zülig, der bei der Stadt Arbon für das Projekt verantwortlich ist. «Nun wollen wir sie nicht im Stich lassen.»

Bauunternehmen soll Schulden erlassen

Auch in den Deal der Stadt involviert ist das Bauunternehmen Walo Bertschinger. Dieses soll dem Skateverein, der seit zwei Jahrer «Playa Papaya» heisst, die Hälfte der noch offenen Schulden erlassen. Als Gegenzug soll der Bauunternehmer Werbeflächen im Skatepark zur Verfügung gestellt bekommen.

Bei der Walo Bertschinger AG in St.Gallen weiss man vom Finanzierungsproblem des Skateparks. «Wir sind in Kontakt mit den Behörden, da dies aber ein laufendes Verfahren ist, können wir keine detaillierte Stellung nehmen», sagt Geschäftsführer Marcel Bruderer.

Skatepark ist sehr beliebt und immer sauber

Der Skatepark ist vor allem im Sommer sehr gut besucht. «Velofahrer, die vorbeifahren, Familien, aber auch ältere Menschen, die den Skatern zuschauen, sind im Sommer willkommene Gäste», sagt Nicolaj Schmid, Präsident des Skatevereins «Playa Papaya». Ausserdem hat sich die anfängliche Skepsis der Arboner Bevölkerung gegenüber dem neuen Treffpunkt für Junge in Luft aufgelöst.

Vor dem definitiven Bau des Parks hatten sich Umweltschützer und die SVP mit einer Petition gegen den Bau der Betonanlage gewehrt, allerdings ohne Erfolg. Vor allem Lärm und Krawall, herumliegender Müll und die Zerstöung der vorhandenen Biosphäre an der Arboner «Schütte» wurden befürchtet. «Nun sehen wir aber, dass der Skatepark von einer breiten Bevölkerung genutzt wird. Es ist fast immer sauber und es gibt keine Krawalle. Im Gegenteil: Seit der Eröffnung des Parkes ist das Areal rund um den Seeparksaal eher sauberer geworden», sagt Hans-Ulrich Züllig. Dies beteuert auch Nicolaj Schmid: «Es gab noch nie eine Lärmklage und der wenige Müll, der liegenbleibt, den räumen wir meist selbst weg.»

Drei Events für die Skatesaison geplant

Für die kommende Saison hat der Skateverein drei Events geplant: Ein Season Opening, ein Sommerfest und ein Saisonabschluss. «Mit dem Opening wollen wir die Sommersaison für Skateboarder und Sportler auf Rollerskates und auf dem Kickboard eröffnen», sagt Nicolaj Schmid. Das Sommerfest soll ein grösserer Event werden. «Was es genau gibt, kann ich noch nicht sagen, die Planung läuft noch.» Der Saisonabschluss soll im Herbst nochmals alle Skatebegeisterten zum Seeparksaal locken, um den Ausklang des Sommers zu feiern.

(enf)


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