«Stiller Planet» feiert Premiere

Der (Kurz)Film «Stiller Planet» feiert im Kino Weinfelden Permiere.
Der (Kurz)Film «Stiller Planet» feiert im Kino Weinfelden Permiere. © FM1Today / Lena Rhyner
Von der Powerpoint-Präsentation bis zur perfekten Premiere: Der Thurgauer Kurzfilm «Stiller Planet» flimmerte am Samstagmorgen in Weinfelden das erste Mal über eine Kinoleinwand.

Man kann sie vermutlich an einer Hand abzählen, die Anzahl der Samstagmorgen, an denen vor dem Kino in Weinfelden so viel los war. Diverse kleine Grüppchen versammelten sich vor dem Kino und warteten, bis der junge Mann mit dem Headset vor der Kinotür den Einlass gewährte. Was nach einer hollywoodmässigen Filmpremiere aussah, ist die Premiere des (Kurz)-Filmes «Stiller Planet», der diese würdige Feier der Erstaufführung mehr als verdient hat. Dieser wurde ausschliesslich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der ganzen Schweiz produziert.

Metapher für unsere kleine Welt

Die beiden Zugpferde dieses Projekts, Valentin Burwell und Noa Röthlisberger schrieben gemeinsam das Drehbuch für den Film «Stiller Planet». Die Story über den Jungen Alan, dessen Wunsch es ist, ein grosses Teleskop zu bauen, hat einen tieferen Sinn. «Mit dem Film möchten wir zeigen, wie klein wir Menschen doch eigentlich auf unserer Welt sind», sagt Burwell. «Genau wie Alan, der die Flucht ins Universum sucht, sind wir alle doch ständig dabei, aus der Realität zu flüchten.»

Vom Drehbuch zum fertigen Kinostreifen

«Wir hatten einfach Lust, einen Film zu drehen», sagt Burwell als Antwort auf die Frage, wie es dazu kommt, dass er mit 22 Jahren die Premiere seines eigenen Filmes feiern kann. «Als wir dann zu zweit einen groben Plan hatten, holten wir einige Freunde ins Boot und präsentierten ihnen unsere Idee mit einer Powerpoint-Präsentation.» Danach sei schnell klar gewesen, dass alle mit dabei waren.

Eineinhalb Jahre später stehen die Macher des Films nun stolz vor der Kinoleinwand und erzählen nach der Vorführung des Films vom Dreh, der Geschichte und der Umsetzung. Finanziert hätten sie den Film hauptsächlich durch ein Crowdfunding. Sie seien aber auch durch Sponsoren und Eltern unterstützt worden.

Pizza Hawaii für die traurige Stimmung

«Der Dreh dauerte rund eine Woche. Wir waren jeweils von morgens um sieben Uhr bis nachts um drei Uhr unterwegs», sagt Röthlisberger. «Nach dieser Woche waren wir alle völlig am Ende, übermüdet und krank, aber es hat sich mehr als gelohnt.» Nebst vielen anstrengenden Drehs habe es aber auch immer wieder lustige Momente gegeben. Schauspieler Leo Thomas, der den Jungen Alan spielt, habe immer wieder Lachanfälle während des Drehs gehabt. «Damit ich dann aber wieder traurig oder ernst werden konnte, habe ich mir einfach Sachen vorgestellt, die mich traurig machen. Zum Beispiel Pizza Hawaii. Oder Spaghetti Carbonara. Das macht mich wirklich traurig.», sagt Thomas.

Standing Ovation und Teil zwei

Nach der Premiere, der Fragerunde mit den beiden Regisseuren und einer Standing Ovation des Pulikums folgte ein Apéro. Und um noch die allerletzten Sympathiepunkte für sich zu gewinnen, schloss Röthlisberger den Anlass mit folgenden Worten ab: «Einen grossen Dank auch an meinen Eltern, die den anschliessenden Apéro gesponsert haben – wir haben eben das ganze Budget schon aufgebraucht.»

Der Film «Stiller Planet» wird am 27. Oktober im Kino in Basel noch einmal vorgeführt. Weitere Infos zum Film sowie den Trailer gibt es hier.

(rhy)


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