Strafverfahren gegen Pierin Vincenz’ Frau

Pierin Vincenz mit seiner Ehefrau Nadja Ceregato im Mai 2014.
Pierin Vincenz mit seiner Ehefrau Nadja Ceregato im Mai 2014. © OTS.Bild/Presse- & Medienball
Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen die Ehefrau des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz (63), Nadja Ceregato-Vincenz (50), wegen Verletzung des Geschäftsgeheimnisses eine Strafuntersuchung eröffnet.

Seit über einem Jahr läuft die Strafuntersuchung gegen Pierin Vincenz – nun werden offenbar auch die Machenschaften seiner Ehefrau Nadja Ceregato-Vincenz genauer unter die Lupe genommen. Ceregato war ab 2005 Rechtschefin der Raiffeisen-Gruppe. Nach dem Weggang ihres Ehemannes übernahm sie die Bereichsleitung von Legal & Compliance. In dieser Funktion war sie ab Oktober 2015 Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von Raiffeisen.

Nadja Ceregato wurde 2015 in die erweiterte Geschäftsleitung der Raiffeisen berufen.

Nadja Ceregato wurde 2015 in die erweiterte Geschäftsleitung der Raiffeisen berufen. (Bild: pd)

Keine Rückkehr nach Sabbatical

Im Juni 2017 verliess sie das Unternehmen mit Hauptsitz in St.Gallen – nach offiziellen Angaben für ein Sabbatical, um sich «beruflich neu zu orientieren». Es gebe keine Verdachtsmomente, dass Ceregato in strafbare Handlungen involviert gewesen sei, hiess es damals (FM1Today berichtete). Sie kehrte nicht wieder zur Bank zurück. Es liege weder in ihrem noch im Interesse der Raiffeisen, wieder zurückzukehren.

Nun teilt Erich Wenzinger, Kommunikationsbeauftragter der Zürcher Staatsanwaltschaft, gegenüber der «Handelszeitung» mit: «Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich führt gegen Frau Ceregato eine separate Untersuchung betreffend Verletzung des Geschäftsgeheimnisses.» Es gelte die Unschuldsvermutung. Wie die «Handelszeitung» berichtet, stehe die separate Untersuchung in Zusammenhang mit der bankinternen Aufarbeitung des Falls Vincenz.

Trennung und Hausverkauf?

Wie es um die Ehe von Nadja Ceregato-Vincenz und Pierin Vincenz steht, ist unklar. Im Februar hatte «Inside Paradeplatz» allerdings berichtet, dass die beiden sich getrennt hätten und das gemeinsame Haus in Niederteufen AR verkaufen wollten.

Der Fall Vincenz

Pierin Vincenz war von 1999 bis 2015 Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Raiffeisen Schweiz. Aufgrund von «Interessenkonflikten» leitete die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) 2017 ein Verfahren gegen die Raiffeisen und Ex-Chef Vincenz ein.

Im Februar 2018 eröffnete die Zürcher Staatsanwaltschaft wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eine Strafuntersuchung gegen mehrere Personen – Vincenz wurde daraufhin in Untersuchungshaft genommen. Der 63-Jährige soll sich privat an den Bankgeschäften bereichert haben. Im Juni wurde der Bündner nach 106 Tagen aus der U-Haft entlassen. Auch für ihn gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

(red.)


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