Swisscom senkt Roaming-Preise

Surfen im Ausland wird günstiger. Die Swisscom senkt die Roaming-Preise.
Surfen im Ausland wird günstiger. Die Swisscom senkt die Roaming-Preise. © Symbolbild: iStock
Swisscom senkt ab dem 19. März die Roaming-Preise für Datenpakete im Ausland um 20 bis 50 Prozent. Neu ist das 1 GB-Paket für den EU-Raum zehn Franken günstiger.

Dasselbe 1 GB-Paket für die USA und weite Teile von Südamerika, Afrika, Australien und Asien wird 40 Prozent günstiger. Statt 49.90 Franken bezahlt man künftig noch 29.90 Franken. Ebenfalls sinken die Preise für die Destinationen Mauritius, der Dominikanischen Republik und den Bahamas.

Jérôme Wingeier, Leiter Roaming, erklärkt die Senkung der Preise folgendermassen: «Gerade ausserhalb Europas sind wir unterdessen sogar deutlich günstiger als die meisten anderen europäischen Mobilfunkanbieter.»

In den inOne Mobile Abos sei aber sowieso ein weltweit nutzbares Datenguthaben inbegriffen. Die meisten der Kunden würden daher nicht mehr separat bezahlen, wenn sie im Ausland ins Internet gehen. «80 Prozent des gesamten Datenvolumens unserer Kunden im Ausland ist bereits inklusive», sagt Wingeier.

Nutzung steigt weiter

In insgesamt 197 Ländern und Destinationen werden die Roaming-Preise durch die Swisscom gesenkt. Innerhalb Europas werden Datenpakete vor allem von Kunden mit einer überdurchschnittlichen Nutzung, günstigen Abos ohne Datenvolumen oder Prepaid gebucht.

Bei einer Buchung eines 3 GB-Pakets kostet das 1 GB-Paket noch 16.63 Franken. Für die sparsamen Nutzer sinken die Preise ebenfalls spürbar, so die Swisscom. Ab dem 19. März kostet das 200 MB-Paket 20 Prozent weniger und ist 30 Tage gültig.

«Die Preissenkungen sind möglich, dank intensiven Verhandlungen mit den Partnern der Swisscom im Ausland», so Wingeier. Doch im Einkauf bleibe die Nutzung eines fremden Mobilnetzes nach wie vor teuer. Jedes genutzte Megabyte wird auch der Swisscom verrechnet.

Die Nutzung steige weiter stark an, denn auch im Ausland werde das Smartphone vermehrt zu Surfen im Internet oder Versenden von Ferienbildern genutzt. Die Datennutzung im Ausland stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 70 Prozent. Die Swisscom hat weltweit fast 700 Partnernetze und bietet in 110 Ländern die 4G/LTE Netzabdeckung an.

Preise teils auch gestiegen

Der Telekomexperte Ralf Beyeler vom unabhängigen Vergleichsdienst Moneyland hat sich mit den neuen Roaming-Preisen der Swisscom auseinandergesetzt. Er sagt, die Swisscom senke ihre Preise jedes Jahr relativ stark und das in mehreren Destinationen.

«Die Leute möchten immer mehr Daten nutzen. Deshalb ist klar, dass die Preise gesenkt werden müssen. Ansonten wäre das Roaming irgendwann unbezahlbar», sagt Beyeler.

Die Senkung der Preise müsse aber auch etwas relativiert werden, so der Telekomexperte. Denn: Die massivsten Preissenkungen habe es in Ländern wie zum Beispiel Vietnam oder Usbekistan gegeben. Swisscom hat eine Grafik herausgegeben, in der die Preisunterschiede zwischen ihr, Sunrise und Salt aufgezeigt werden. Die Differenzen sind teils massiv.

So zahlen Swisscom-Kunden in Australien für 200 MB 9.90 Franken, Salt-Kunden jedoch 59.90 Franken. «Die Swisscom hat sich da auch gerade die Länder herausgepickt, bei denen die Unterschiede relativ hoch sind. Würde man den Vergleich der Anbieter bei der Türkei machen, ist die Differenz nicht so gross», sagt Beyeler.

Was die Swisscom in ihrer Mitteilung jedoch nicht aufzeige, ist, dass die Roaming-Gebühren in einigen Ländern jedoch massiv teurer geworden sind. Namibia gehört zu jenen Ländern, in denen der Preis extrem angestiegen ist. «Das 50 MB-Paket kostet jetzt rund 30 Franken, ab 19. März bekommt man nur noch Pakete mit 10 Megabyte und bezahlt 100 Franken. Wenn ich also 30 Megabyte brauche, bezahle ich neu 500 Franken», sagt Beyeler.

Taktgeber im Roaming

Beyeler sagt, die Swisscom könnte sich im Kundenservice in einigen Punkten verbessern. Er spricht damit die Gültigkeit der Datenpakete an. «Habe ich nach 30 Tagen das Datenvolumen nicht aufgebraucht, verfällt es. Dafür gibt es keinen Grund, diese könnten unlimitiert angeboten werden», sagt Beyeler.

Es sei in der Schweiz verbreitet, dass die Datenpakete verfallen. Es gibt eine Ausnahme: Simplymobile. Verwunderlich ist, dass dieser Anbieter der Swisscom gehört, sie selbst aber keine unbeschränkten Datenpakete anbietet.

Nichtsdestotrotz: Die Swisscom habe sehr attraktive Roaming-Preise, sogar die tiefsten, auch wenn man bei anderen Anbietern manchmal günstigere Angebote finde, meint der Telekomexperte.

«Doch sie sind Taktgeber im Roaming und preschen immer wieder mit Senkungen der Roaming-Preise vor», sagt Beyeler. Bei den Inlandgebühren sei der Mobilfunkanbieter im Vergleich jedoch wesentlich teurer.

(red/str)

 


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