Mehrere Menschen durch Supertaifun «Mangkhut» getötet

Gebäude weggefegt: Taifun "Mangkhut" richtet auf den Philippinen mit Windböen von bis zu 330 Kilometern pro Stunde erhebliche Schäden an.
Gebäude weggefegt: Taifun "Mangkhut" richtet auf den Philippinen mit Windböen von bis zu 330 Kilometern pro Stunde erhebliche Schäden an. © KEYSTONE/AP/AARON FAVILA
Durch den Supertaifun «Mangkhut» sind auf den Philippinen und in Taiwan mindestens 13 Menschen gestorben. Auf der nördlichen Hauptinsel der Philippinen, Luzon, traf der Sturm der Kategorie vier am Samstag mit Böen von bis zu 260 Stundenkilometern auf Land.

Die Behörden meldeten am Samstagabend (Ortszeit) 13 Todesopfer, fürchteten aber eine noch höhere Opferzahl. Demnach starben fünf Menschen bei einem Erdrutsch in der Stadt Baguio. Fünf weitere Menschen wurden dort vermisst.

In der Provinz Benguet kamen zwei Helfer, ein 13 Jahre altes Kind und eine vierköpfige Familie ebenfalls bei Erdrutschen ums Leben. Im Grossraum Manila ertrank ein Mädchen in einem Hochwasser führenden Fluss.

Es werde vermutlich weitere Tote geben, sagte der Chef des nationalen philippinischen Katastrophenschutzes, Ricardo Jalad angesichts von Erdrutschen, Überschwemmungen und eingestürzten Gebäuden. Die Behörden haben die zweithöchste Sturmwarnstufe ausgerufen.

Mindestens vier Millionen Menschen leben direkt in der vorhergesagten Taifunschneise. Betroffen sind sechs Provinzen auf Luzon. Mehr als 105’000 Bewohner flohen bereits aus den Küstengebieten im Norden der Inselgruppe.

Auf Luzon vernagelten Ladenbesitzer und Bewohner die Fenster ihrer Häuser und befestigten Dächer, damit diese im Sturm nicht davongeweht werden. Am Freitagabend wurden bereits in der Stadt Tuguegarao im Norden der Insel Bäume entwurzelt. Schwere Niederschläge begleiteten die Vorläufer.

«Von allen Taifunen in diesem Jahr, ist dieser der stärkste», sagte Hiroshi Ishihara vom japanischen Wetterdienst. «Es war wie der Weltuntergang», sagte die 64-jährige Bebeth Saquing, die dem Sturm getrotzt hat.

Myrna Parallag war dagegen zusammen mit ihren zwei Enkelkindern tags zuvor vor dem Taifun geflüchtet. Nun fürchte sie, dass die Überschwemmungen «unser Haus erreichen», sagte die 53-Jährige.

Die Philippinen werden jedes Jahr von durchschnittlich 20 Taifunen und Tropenstürmen heimgesucht, alljährlich gibt es hunderte Todesopfer.

Ein Sturm der Kategorie vier war auch der Taifun «Haiyan» im Jahr 2013 – es war der tödlichste Wirbelsturm, den die Philippinen seit Beginn der Aufzeichnungen erlebten. Damals wurden mehr als 7350 Menschen getötet oder sie gelten noch immer als vermisst.

«Mangkhut» zog weiter in Richtung China, wo der Nationale Wetterdienst den Wirbelsturm am späten Sonntagabend oder in der Nacht zum Montag an der stark besiedellten Südküste und auf der Tropeninsel Hainan erwartete.

Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong bereitet sich auf die Ankunft des Sturms vor. Behörden riefen die die Hongkonger auf, sich «auf das Schlimmste» einzustellen.

China rüstete sich mit Evakuierungen und Warnungen an die Bevölkerung. Rund 3000 Arbeiter wurden von Arbeitsplattformen im Südchinesischen Meer in Sicherheit gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Zudem ordneten die Behörden an, dass mehr als 6000 Schiffe zurück in die Häfen fahren sollen. Einige Fährverbindungen wurden eingestellt. Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong bereitet sich auf die Ankunft des Sturms vor. Behörden riefen die die Hongkonger auf, sich «auf das Schlimmste» einzustellen.

(SDA)


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