Terror beginnt von vorne

Amateur-Funker Silvan Mumenthaler ist auf den Rollstuhl angewiesen.
Amateur-Funker Silvan Mumenthaler ist auf den Rollstuhl angewiesen. © TVO
Hundekot vor dem Haus und ein Hakenkreuz im Briefkasten – der politisch aktive Romanshorner Silvan Mumenthaler wird terrorisiert. Nicht zum ersten Mal.

Über ein Jahr wurden der Romanshorner Silvan Mumenthaler und seine Frau von einem Unbekannten terrorisiert, mit Anrufen, sexistischen SMS und E-Mails. Pizzas wurden unbestellt ins Haus geliefert, Hotels und Kreuzfahrten gebucht.

Hakenkreuz aus Bügelperlen

Im März endlich die Erlösung: Die Polizei schnappte den 19-jährigen Täter. Doch die Ruhe hielt nur kurz: «Es fing an mit einem Mini-Brandanschlag am Fenster», sagt Silvan Mumenthaler zu tagblatt.ch. Geblieben sind ein paar dunkle Russflecken vor dem Fenster, es folgte ein Hundekot-Säckchen, das beim Haus deponiert wurde, und zuletzt lag ein Hakenkreuz aus Bügelperlen im Briefkasten.

Silvan Mumenthaler ist ein lokal bekannter, politisch aktiver Amateur-Funker. Er kann sich den erneuten Terror nicht erklären, zumal der grösste Teil der früheren Taten nach der Festnahme des 19-Jährigen aufgeklärt war. Der Rollstuhlfahrer hat inzwischen Akteneinsicht verlangt: «Der Täter, den die Polizei geschnappt hat, war laut eigener Aussage wütend auf mich. Der Junge könnte es jetzt wieder gewesen sein oder seine Kollegen oder einfach ein Trittbrettfahrer», schätzt Mumenthaler.

Staatsanwaltschaft ermittelt nicht

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung. «Die Immobilienverwaltung des Hauses, in dem das Ehepaar Mumenthaler wohnt, hat diese eingereicht», sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Auch der Thurgauer Staatsanwaltschaft sind neue Vorkommnisse bekannt, doch eine Strafuntersuchung wurde noch keine eröffnet, wie es auf Anfrage von FM1Today heisst.

(agm)


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