Tibits bringt vegane Bratwurst nach St.Gallen

Von Fabienne Engbers
Das Tibits öffnet am 29. September um 11 Uhr die Türen.
Das Tibits öffnet am 29. September um 11 Uhr die Türen. © FM1Today/Fabienne Engbers
In der Stadt, in der das Kalbfleisch, gepresst in einen Darm, ein Heiligtum ist, eröffnet die vegetarische Kette Tibits am Freitag ein Restaurant. Mit im Gepäck hat es auch eine vegane Bratwurst. Die Gründer wollen der originalen Bratwurst aber nicht den Kampf ansagen, sondern eine Alternative aufzeigen.

«Natürlich würden wir es uns nie anmassen, die echte St.Galler Bratwurst ersetzen zu wollen», sagt Dani Frei, Mitbegründer des Tibits, und lacht. Die vegane Bratwurst solle lediglich eine pflanzliche Alternative darstellen. Mit der Eröffnung des ersten Tibits-Lokals in St.Gallen diesen Freitag haben sich die drei Rheintaler Gründer Zeit gelassen. Dafür sei es nun das schönste von allen.

«St.Gallen hat das schönste Tibits»

Die vier Gründer des Tibits, Dani, Christian und Reto Frei und Rolf Hiltl freuen sich auf ihr Lokal in St.Gallen. «Diese Woche hatten wir die Theke bereits offen und haben sehr gute Rückmeldungen von Kunden erhalten. Jetzt freuen wir uns, wenn es dann richtig losgeht», sagt Dani Frei.

Speziell am Tibits in St.Gallen sei vor allem das Gebäude. Das denkmalgeschützte Jugendstil-Haus war ursprünglich eine Bank. «Bei den Bauarbeiten sind wir im Kellergeschoss auf eingemauerte Bahngeleise gestossen, die damals den Tresor vor Einbrecher schützten», sagt Dani Frei. Mittlerweile gehört das Gebäude der Südostbahn.

Post from RICOH THETA. – Spherical Image – RICOH THETA

Einige Erinnerungsstücke zeigen die Geschichte des ehrwürdigen Gebäudes auf, beispielsweise steht ein alter Tresor im Keller, im obersten Stock findet man das Büro des Direktors und das Empfangszimmer. Die Räume wurden kaum verändert, einzig die Einrichtung wurde angepasst. Die Büros im obersten Stock wurden zu Sitzungszimmern umgestaltet, ein grosser Saal könnte schon bald für Events oder eine Stunde «Morgenyoga» genutzt werden.

Daniel Frei verrät uns, St.Gallen habe das schönste Tibits. «Es hat überall versteckte Nischen, wo man sich zurückziehen kann. Man merkt dem Gebäude seine Geschichte an und es gibt viele Details, die daran erinnern.» Bei der Inneneinrichtung hat Bruder Christian einen schmalen Tisch neben dem Buffet aufgestellt. Diesen Tisch nennen die Brüder liebevoll Kusstisch. «Weil er so schmal ist, dass man sich küssen kann.»

Der Kusstisch ist so schmal, dass sich die Lippen der Gäste in nullkommanichts berühren. (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)

Der «Kusstisch» ist so schmal, dass sich die Lippen der Gäste in Nullkommanichts berühren. (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)

Ein Rundgang durch das St.Galler Tibits:

Bratwurst auf vegan

Mit dem Tibits kommt auch die vegane Bratwurst nach St.Gallen. Diese gibt es mit Zwiebelsauce und Rösti. Über ein Jahr lang wurde an der veganen Alternative getüftelt. «Am Ende mussten wir dann vor allem schauen, ob wir die Krümmung der Wurst und die Grösse hinkriegen», so Frei. Nun kommt die vegane Bratwurst dem Original geschmacklich und auch äusserlich ziemlich nahe.

Mit der pflanzlichen Wurst wollen die Tibits-Gründer der originalen St.Galler Bratwurst allerdings in keiner Weise Konkurrenz machen. Mann soll sie mit einem Augenzwinkern sehen. «Wir wollen Leuten, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, die Möglichkeit geben, eine ‘Bratwurst’ ohne Senf zu essen.»

«Wir machen das nicht, weil es Trend ist, sondern aus Überzeugung»

Die Idee fürs Tibits kam den drei Brüdern Frei vor rund 20 Jahren. «Damals war man noch ein Exot, wenn man sich vegetarisch ernährte», sagt Daniel Frei. Mittlerweile sei das schon normal. Der Trend, keine Tiere zu essen, hält zwar noch an, ist in den letzten Jahren aber wieder etwas zurückgegangen. Trotzdem glauben die Brüder an ihr Konzept. «Wir haben das Tibits vor 17 Jahren nicht gegründet, weil es Trend war, sondern aus Überzeugung», sagt Daniel Frei.

Der jüngste Bruder, Reto, hat schon mit sechs Jahren dem Fleisch abgeschworen. «Unsere Mutter kochte oft ein ganzes Poulet und alle wollten die Flügeli. Weil er der jüngste war, hat er nie etwas abbekommen. Eines Tages meinte er, er wolle gar kein Fleisch mehr essen», erzählt Dani Frei. Nach und nach entschieden sich auch die anderen beiden Brüder für eine fleischlose Ernährung.

«Hoffe, dass es den St.Gallern wert ist»

Das Tibits ist für ein Restaurant, in dem es kein Fleisch gibt, nicht gerade günstig, das Preisniveau erinnert eher an Zürich als an St.Gallen. Trotzdem hat sich die Geschäftsleitung dazu entschieden, die Preise beizubehalten. «Wir achten sehr darauf, dass unsere Produkte von regionalen Produzenten kommen und fair gehandelt werden», sagt Dani Frei. Er hofft, dass die St.Galler auch bereits sind, dafür mehr zu bezahlen. Dafür wissen sie, was auf ihrem Teller liegt.

Als das Tibits noch eine Baustelle war:

Das Tibtis in St.Gallen öffnet am Freitag, 29. September, am Bahnhofplatz. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 6.30 Uhr bis 23 Uhr, am Freitag bis 23.30 Uhr. Am Samstag öffnet das tibtis um 8 Uhr und schliesst um 23.30 Uhr, am Sonntag hat es von 9.00 bis 22 Uhr geöffnet.

(enf)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen