Trischli-Prügelei: «Ein fataler Fehler»

Nachdem in der Nacht zum Samstag ein Türsteher des «Trischli» in St.Gallen auf Clubbesucher eingeschlagen hat, hat die Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen. Während Sicherheitsexperten das Geschehene aufs Schärfste verurteilen, schweigen die Betreiber des Partylokals.

Schon bevor der Türsteher in der Tiefgarage Burggraben mit einem Stock auf die Besucherinnen und Besucher des «Trischli» einschlug, soll es im Inneren des Clubs zu Auseinandersetzungen gekommen sein, berichtet eine Augenzeugin gegenüber TVO. «Da wurden bereits ein paar Schläge verteilt», erinnert sie sich. Ein aggressiver Gast sei später schreiend umhergerannt und habe Baustellenlampen umgeschmissen.

Gäste betrunken, Türsteher nicht

Was in der Nacht zum Samstag genau passiert ist, ermittelt derzeit die Kantonspolizei St.Gallen. «Anhand des Videomaterials klären wir den Ablauf», sagt Polizeisprecher Gian Andrea Rezzoli. Bisher sei noch keine Anzeige eingegangen. Es werde geprüft, ob es sich um ein Offizialdelikt handelt.

Wie Rezzoli gegenüber tagblatt.ch sagt, waren die involvierten Clubgäste stark alkoholisiert. Ein Mann, der ins Spital gebracht worden sei, habe dort randaliert, weshalb die Polizei ein zweites Mal habe ausrücken müssen. Die beiden Türsteher, die in besagter Nacht im «Trischli» Dienst hatten, waren laut Rezzoli nüchtern. Beim Tatwerkzeug handelte es sich nicht wie zuerst angenommen um eine Metallstange, sondern um ein Holzstück.

Selbstsicherheit als oberste Priorität

Stefan Kopp, der selber jahrelang als Türsteher gearbeitet hat, kann kaum glauben, welche Szenen sich am Wochenende beim «Trischli» abgespielt haben. «Ich frage mich, woher der Stock auf einmal kam», lässt sich der Eigentümer von Kopp Security zitieren. Im Sicherheitsbereich Waffen auf sich zu tragen, sei «ein fataler Fehler». Wer richtig ausgebildet sei, kenne die richtigen Sicherheitsgriffe und könne sich zur Not vor einer grossen Gruppe verstecken. «Die Selbstsicherheit steht im Vordergrund. Das hat nichts mit Stolz zu tun.»

Derweil äussern sich die Betreiber des «Trischli» nicht zur Attacke. Sie waren am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

(lag)


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