Trockenheit: St.Gallen prüft Feuerverbot

Die Situation spitzt sich nun auch im Kanton St.Gallen zu.
Die Situation spitzt sich nun auch im Kanton St.Gallen zu. © Keystone
Nach dem Kanton Graubünden zieht nun auch St.Gallen ein Feuerverbot in Betracht. In Amden und Weesen gilt bereits jetzt ein generelles Feuerverbot. Die Wälder und Gewässer werden durch die Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen.

Mittlerweile sind mehrere kleine Bäche im Kanton St.Gallen ausgetrocknet und die Fische wurden abgefischt. In weiten Teilen von St.Gallen sind die Wasserstände der Fliessgewässer und die Grundwasserstände so tief wie seit Jahren nicht mehr, heisst es in einer Mitteilung.

«Das heisse, trockene Wetter hat diese Woche die Lage weiter verschärft. Wir haben mehrere Meldungen, dass Abschnitte von einigen Bächen bereits ausgetrocknet sind», sagt Silja Kempf, Leiterin Hydrometrie beim kantonalen Amt für Wasser und Energie.

Einschränkungen im Wasserbezug

«Momentan zeichnet sich ab, dass der Wasserbezug aus kleinen Oberflächengewässern sowie der Gemeingebrauch eingeschränkt werden müssen», sagt Kempf weiter. Es bräuchte einen langanhaltenden, mehrtägigen Regenfall, um die Lage zu entschärfen. «Es fehlen uns derzeit rund 150 Millimeter Niederschlag seit Beginn des Jahres. Es dauert, bis der Boden das Wasser aufnehmen und an die Gewässer abgeben kann», sagt die Expertin.

Fische umsiedeln

Weil die Fliessgewässer einen so niedrigen Wasserstand haben, müssen Fische teilweise umgesiedelt werden. «Wenn die Beschattung fehlt und das Wasser sich dadurch stark aufheizt, fehlt der nötige Sauerstoff für die Fische und sie ersticken», erklärt Marcel Zottele von der kantonalen Fischereiaufsicht St.Gallen.

Vor allem im Oberrheintal, im Raum Altstätten bis Oberriet und teils auf Höhe Werdenberg, führen die kleinen Hangbäche sehr wenig Wasser. «Ich bringe die Fische, wann immer möglich, ins Hauptgewässer zurück – also in den Rheintaler und Werdenberger Binnenkanal. Zwar hat es auch dort relativ wenig Wasser, dafür aber eine konstante Wassertemperatur zwischen 17 und 18 Grad», sagt Zottele. Wenn das Wasser wieder ansteige, könnten die Fische selbst in das Herkunftsgewässer zurück schwimmen, sagt er weiter.

Der fehlende Regen und die damit verbundene Trockenheit hat dazu geführt, dass der kantonale Führungsstab am Freitag eine ausserordentliche Sitzung einberufen hat. Thematisiert wurden die androhende Wasserknappheit und auch das Gefahrenpotenzial von Feuerwerk am Nationalfeiertag.

Lage im südlichen Teil des Kantons zugespitzt

Ob es im Kanton St.Gallen ebenfalls ein Feuer- oder ein Feuerwerksverbot gibt, entscheidet das Kantonsforstamt erst nach dem Wochenende. Schon jetzt wird aber empfohlen, Feuer in Waldnähe zu vermeiden.

Niederschläge am Wochenende reichen nicht aus

Obwohl am Wochenende starke Regenschauer erwartet werden, wird sich die Situation kaum entschärfen. Der Kanton bittet die Bewohner von St.Gallen, sparsam mit Wasser umzugehen. Am Montag folgen weitere Informationen zur Wasserknappheit.

(red.)


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