U21-Nati geht gegen Portugal nach der Pause unter

Vergeblich gekämpft: Der Schweizer Sandro Lauper (re.) im Zweikampf mit Portugals Torschützen João Felix
Vergeblich gekämpft: Der Schweizer Sandro Lauper (re.) im Zweikampf mit Portugals Torschützen João Felix © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Die Schweizer U21 kann die EM-Endrunde 2019 nur noch durch ein Wunder erreichen. In Neuenburg verspielt sie gegen Portugal eine 2:0-Führung und verliert noch 2:4.

Die Situation in der Gruppe 8 ist unübersichtlich, weil nicht alle Teams gleich viele Spiele ausgetragen haben. Es lässt sich für die abschliessenden Schweizer Partien der Kampagne im September und Oktober in Bosnien-Herzegowina, gegen Liechtenstein und gegen Wales aber sagen: Die Chancen auf die erstmalige Teilnahme an einer Endrunde seit 2011 sind auf das absolute Minimum gesunken.

Der Rückstand auf Gruppenfavorit Portugal beträgt nach der vierten Niederlage im siebten Spiel nun sechs Punkte, jener auf Leader Bosnien-Herzegowina sogar deren acht. Und um einer der vier besten Zweiten zu werden (der Gruppensieg ist mathematisch nicht mehr möglich), würden selbst bei drei Siegen und entsprechenden Resultaten der Konkurrenz auch 16 Zähler kaum mehr reichen.

Im ersten Spiel unter Interimscoach Mauro Lustrinelli boten die Schweizer zumindest vor der Pause eine ausgezeichnete Leistung. Sie liessen defensiv wenig zu, vor allem aber holten sie aus den wenigen Chancen viel heraus. Nach 37 Minuten stand es 2:0. Dem nicht unhaltbar scheinenden Weitschuss von Djibril Sow (4.) liess die Schweiz in der 37. Minute durch einen Kopfball von Sions Verteidiger Eray Cümart das zweite Tor folgen.

Dass das 2:0 vermutlich aus einer Offside-Position erzielt worden war, spielte am Ende keine Rolle mehr. Denn nach der Pause verlor Lustrinellis Mannschaft den Faden völlig. Zwischen der 50. und 64. Minute drehten die Portugiesen die Partie mit drei Treffern. «Nach dem abgefälschten Schuss zum 2:2 gaben wir das Spiel mental aus den Händen», haderte der Tessiner Coach. «Wir haben sehr gut angefangen, hätten mehr als zwei Tore erzielen können.» Lustrinelli zeigte sich in seiner ersten und vielleicht auch letzten Partie als U21-Nationaltrainer als fairer Verlierer. «Ich muss zugeben, dass das Resultat anhand der zweiten Halbzeit in Ordnung geht.»

Bitter aus Schweizer Sicht war die Entstehung des 1:2 (50.). Derweil der später verletzt ausgewechselte Djibril Sow, einer von drei U21-Nationalspielern mit WM-Ambitionen, während rund 30 Sekunden verletzt im eigenen Strafraum lag, gelang den Gästen im Nachschuss der Anfang zur Wende. «99 von 100 Schiedsrichtern hätten die Aktion längst abgepfiffen», fand Lustrinelli.

Schweiz – Portugal 2:4 (2:0)

Neuenburg. – 2070 Zuschauer. – SR Al-Hakim (SWE). – Tore: 4. Sow 1:0. 37. Cümart 2:0. 50. Tavares 2:1. 58. Horta 2:2. 64. Felix 2:3. 90. Dias 2:4.

Schweiz: Baumann; Lotomba, Cümart, Knezevic, Garcia; Edimilson Fernandes (76. Zeqiri), Lauper, Sow (58. Rüegg), Spielmann (73. Rohner); Oberlin, Ajeti.

Portugal: Pereira; Dalot, Jorge Fernandes, Ferreira, Ribeiro; Rodrigues; Carvalho, Horta (74. Eustaquio); Felix; Gonçalves (82. Dias), Leão (16. Tavares).

Bemerkungen: Schweiz ohne Kobel (verletzt). Verwarnung: 35. Lauper (Foul).

U21. EM-Qualifikation. Gruppe 8. Dienstag. In Neuenburg: Schweiz – Portugal 2:4 (2:0). – In Vaduz: Liechtenstein – Bosnien-Herzegowina 0:4 (0:1).

Rangliste: 1. Bosnien-Herzegowina 7/15. 2. Portugal 6/13. 3. Rumänien 6/12. 4. Wales 6/7. 5. Schweiz 7/7. 6. Liechtenstein 6/0.

Nächstes Schweizer Spiel am Freitag, 7. September, auswärts gegen Bosnien-Herzegowina.

Modus: Die neun Gruppensieger sind für die EM-Endrunde 2019 in Italien qualifiziert. Die vier besten Gruppenzweiten ermitteln in Playoffs (Hin-/Rückspiel) zwei weitere Teilnehmer.

(SDA)


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