Über 100 Länder streiken für das Klima

Zehntausende Jugendliche streikten am 15. März in Sydney für das Klima.
Zehntausende Jugendliche streikten am 15. März in Sydney für das Klima. © Keystone/EPA/Mick Tsikas
«Wäm sini Zuekunft? Üsi Zuekunft», riefen Aktivisten am Freitagmorgen an Klimastreiks in Glarus, Schaffhausen und Aarau. Nicht mit den gleichen Worten, aber mit demselben Anliegen wird in über 100 Ländern gestreikt. So soll es der grösste Klimaprotest, den es je gab, werden.

Wie man «Klimastreik» in der aserbaidschanischen Sprache sagt, ist uns nicht geläufig. Was hingegen bekannt ist: Auch dort gehen am 15. März Menschen für einen besseren Klimaschutz auf die Strasse. Darüber hinaus schliessen sich Aktivisten in Senegal, Guatemala, Serbien, Sri Lanka und Taiwan der Bewegung an.

Die Liste könnte fast endlos fortgesetzt werden. In der Schweiz beteiligen sich laut climatestrike.ch 25 Städte an der Bewegung. Die Streiks starten zu unterschiedlichen Zeiten, einige Leute standen schon am Morgen im Regen, andere Streiks starten erst gegen Abend. So auch in St.Gallen um 17 Uhr.

An diesen Orten wird heute überall gestreikt. (Bild: fridaysforfuture.de)

Wie alles begann

Die nun weltweiten Kundgebungen wurden von einem schwedischen Mädchen ausgelöst: Greta Thunberg. Die 16-Jährige, die mittlerweile für den Nobelpreis nominiert ist, streikte im August 2018 das erste Mal in Stockholm. Danach platzierte sie jeden Freitag ihr Transparent mit der Aufschrift«Skolstreijk fär klimatet» (Schulstreik für das Klima).

Nachdem Thunberg an der Uno-Generalversammlung und kürzlich am WEF in Davos eine Rede hielt, kennt man ihren Namen von Kapstadt bis Sydney. Auch diesen Freitag streikt sie mit ihrem Schild im schwedischen Regierungsviertel.

Streiken über den Röstigraben

Wenn’s ums Klima geht, macht der Kantönligeist mal Pause und der Röstigraben wird übersprungen. Von Genf über Lugano bis nach Schaffhausen wird heute in der Schweiz für das Klima gestreikt. Die Aarauer begannen um 10.30 Uhr, Chur macht den Abschluss um 18.30 Uhr mit einer Velo-Demo. In Basel wird der Streik gleich auf mehrere Tage ausgeweitet. Die Klimabewegung Basel besetzt zurzeit das Kasernenareal. Hier finden bis Samstagmittag Workshops, Poetry Slams und Konzerte rund ums Klima statt.

Bundesrätin will Antworten geben

Bundesrätin Simonetta Sommaruga versteht die Ungeduld der Jugendlichen. «Wir müssen jetzt Antworten geben, denn der Klimawandel ist auch in der Schweiz angekommen», sagte Sommaruga in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie sprach sich an der vierten Vollversammlung des Umweltprogamms der Vereinten Nationen für eine Stärkung der internationalen Umweltpolitik aus.

Der erste Klimastreik in der Schweiz wurde am 14. Dezember von Jugendlichen organisiert. Damals gingen gut 300 Teilnehmende in Zürich auf die Strasse. Rund drei Monate später ist die Anzahl der Demonstranten bereits auf 38’000 gewachsen. Laut Organisatoren demonstrierten Anfang Februar sogar 65’000 Menschen für das Klima.

(lou)


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