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Zu Hause nur halb so gut

Deshalb schmecken Wein und Essen in den Ferien besser als zu Hause

14. August 2021, 16:14 Uhr
Der Wein in der Toskana oder die Paella in Valencia am Meer: In den Ferien schmeckt einfach immer alles besser. Wer den guten Wein aus den Ferien mit nach Hause nimmt, wird zu Hause schnell enttäuscht. Er ist dann oft gar nicht so speziell, wie er beim Kauf schien. Wir erklären dir, an was das liegt.
Vieles schmeckt in den Ferien einfach besser.
© Getty (Symbolbild)

Ferien sind schon etwas Besonderes. Nicht nur, dass wir nur einige Wochen im Jahr davon haben, sondern auch, weil in den Ferien alles besser zu sein scheint. Sogar das Restaurant mit Plastikstühlen im Ausland hat einen gewissen Charme. Und das Essen ist oft unschlagbar gut. Zu Hause schmeckt die Tomatenpasta nie so gut, wie in den Strassen Italiens. Das hat viele Gründe.

Stimmung und Umgebung

Die Meeresbrise oder der Strassenmusiker können zu unserer Geschmacksempfindung beitragen. In den Ferien sind unsere Sinne gereizt und sehr viel aufgeschlossener gegenüber Geschmacksreizen. Man ist viel aufnahmefähiger. Stimmt das Ambiente beim Probieren des Weins, finden wir ihn deshalb oft viel besser. So schmeckt ein Wein in einem urchigen Keller deutlich besser als zu Hause am Esstisch. Zudem kann unsere gehobene Ferienstimmung dazu beitragen, dass wir über leichte Fehler hinwegsehen. Damit uns der Ferienwein oder das gute Olivenöl zu Hause vielleicht doch noch schmecken, sollten wir die Lebensmittel mit einem speziellen Erlebnis verbinden.

Lichtverhältnisse

Licht spielt eine grosse Rolle dabei, wie wir etwas wahrnehmen. Studien haben gezeigt, dass Probanden derselbe Wein bei rotem und blauem Umgebungslicht deutlich besser schmeckte als bei grünem oder weissem Licht. Bei rotem Licht waren die Probanden gar bereit, mehr für die Flasche zu bezahlen, als bei anderen Lichtverhältnissen. In diesem Licht wirkte der Wein auf die Personen süsser und fruchtiger. Heisst: Bei Licht, das wir als angenehm empfinden, schmeckt uns auch der Wein besser. Es kann deshalb einen deutlichen Unterschied machen, ob der Wein bei Sonnenlicht in einem Bistro am Strand oder unter dem gelben Licht der Zimmerlampe zu Hause getrunken wird.

Luftdruck und Luftfeuchtigkeit

Nebst dem Licht und dem Ambiente spielen auch Luftdruck und Luftfeuchtigkeit bei unserer Empfindung mit. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere veränderte Geschmackswahrnehmung im Flugzeug. Wegen des tieferen Luftdrucks im Flugzeug nehmen wir Geschmäcke viel weniger intensiv war. Sprich: Flugzeugessen ist oft viel stärker gewürzt als Speisen am Boden. Statistisch gesehen schmecken wir 20 bis 30 Prozent weniger Salz, wenn wir fliegen. Deshalb ist auch Tomatensaft oft so beliebt, auf dem Boden wird er oft zu würzig wahrgenommen. Nicht nur im Flieger, auch auf Bergen oder am Meer kann deshalb eine Speise oder ein Getränk ganz anders schmecken als zu Hause.

Offen für Neues

In den Ferien sind wir eher dazu bereit, Neues auszuprobieren. Im Alltag brauchen wir oft viel mehr Überwindung. Speisen in anderen Ländern werden zu Hause aber wohl nie so schmecken, wie dort, wo man sie das erste Mal probiert hatte.

(gbo)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. August 2021 16:02
aktualisiert: 14. August 2021 16:14