Marlene Dietrich

Einsame Stilikone, Sexsymbol und Freiheitskämpferin

6. Mai 2022, 12:32 Uhr
Unnahbar, mit einer Zigarette zwischen ihren herzförmigen Lippen, den dünnen Augenbrauen und in Männerkleidern - so kannte man Marlene Dietrich. Mit ihrem androgynen Look veränderte sie das Frauenbild und prägt es bis heute. Ihr Todestag jährt sich zum 30. Mal.

Marlene Dietrich schlief mit Frauen und mit Männern. Daraus machte sie nie ein Geheimnis. Ein amerikanischer Theaterkritiker schrieb über Dietrich einmal: «Sie hat Sex, aber kein Geschlecht. Ihre Maskulinität spricht Frauen an, ihre Sexualität die Männer.» Und genau so kleidete sie sich auch: Ultrafeminin und gleichzeitig herb und männlich. Ein Stil, der heute wieder «en vogue» ist.

Praktisch, bequem und schick

Denn heute gilt die «Marlene Hose» als modischer Klassiker, der auf internationalen Fashionshows genauso zu sehen ist, wie im Sortiment von H&M oder Zara. Sie ist praktisch, bequem und trotzdem feminin und schick, die nach ihr benannte Anzugshose mit weit schlackerndem Bein.

Schliesslich war es Dietrich, die in den 30er-Jahren als erste Frau im Hosenanzug auftrat und damit einen Skandal auslöste. In ihrem ersten Hollywoodfilm «Morocco» (1930, deutsch: «Marokko») küsste sie im Smoking eine andere Frau. Das hatte es auf der Leinwand noch nie zuvor gegeben, weder den Kuss noch die Frau im Smoking. Marlene schuf mit ihrem Auftreten, ihrem Stil, ein neues Frauenbild. «Erotik und doch Stil haben, Madame sein und doch durchbrennen können, das ist der neue Typ», fasste der Hamburger Anzeiger 1929 zusammen. Sie selbst erklärte ihre Vorliebe zu männlicher Kleidung etwas pragmatischer. «Ich finde, dass ich in Männerkleidern anziehender wirke. Ausserdem gestattet einem diese Kleidung vollkommene Freiheit und Bequemlichkeit.» Sie brach damit mit dem damals vorherrschenden Frauenideal sowie modischen Stereotypen und wurde zum Vorbild vieler Frauen ihrer Zeit.

Am 6. Mai 2022 jährt sich Marlene Dietrichs Tod zum 30. Mal. Ihr Vermächtnis ist aber aktueller denn je: Nicht nur wegen ihrem Image als Stilikone und der Frau in Hosen, sondern weil sie sich nicht den gängigen Normen und Vorstellungen unterwarf und sich stattdessen ihre Eigenen schuf. Eine Femme Fatale, eine Stilikone, damals wie heute.

(noë)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 6. Mai 2022 11:37
aktualisiert: 6. Mai 2022 12:32
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