«Der Bachelor»

Füdli oder Brüste? Was die Frage mit einem Mutter-Komplex zu tun hat

Maurus Held, 4. Oktober 2022, 14:52 Uhr
Sein oder nicht sein – ist das eine Frage? Und sollte es nicht heissen: Arsch oder Brüste? Denn das beschäftigt Mann (und Frau) bestimmt viel mehr. In der letzten «Bachelor»-Folge gab auch Kenny seine Antwort preis – und liefert gleich eine Anschlussfrage mit: Ist er in der Sendung auf der Suche nach der eigenen Mutter?

Quelle: 3+

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Die «Bachelor»-Sendungen sind nicht gerade für ihre philosophischen Sternstunden bekannt. Und doch gelingt es den Kandidatinnen immer wieder mal, zum Nachdenken anzuregen. So auch in der letzten Folge, als die Ostschweizerin Sabrina Bachelor Kenny fragt, ob er eher zu Team Arsch oder zu Team Brüste gehört. Kenny muss nicht lange überlegen, die Antwort (Team Arsch) kommt schnell – doch die Diskussion geht an diesem Punkt eigentlich erst richtig los.

Denn jeder heterosexuelle Zuschauer zuhause (und sicherlich nicht nur) wird sich innerlich die Frage gleich mitgestellt und -geantwortet haben. Sie ist ja auch nicht schwierig, die Frage: Entweder oder – A oder B. Der Mann tickt einfach, sagt man so schön. Was will man da also noch gross herumhirnen? Sabrina scheint jedenfalls zu wissen, wie Mann tickt: «Ich glaube, die meisten stehen eher auf den Arsch.»

Schon 1968 wurde geforscht

Ob Sabrina Recht hat, darüber wird man sich wohl noch in hunderten von Jahren streiten (vielleicht bringt die obige Umfrage ja etwas Licht ins Dunkel ...). Viel spannender ist doch die Frage, was die jeweilige Präferenz denn über den Menschen aussagt. Sabrina hat diesbezüglich gesagt: «Männer, die eher auf Brüste fixiert sind, haben einen Mutter-Komplex.» Okay, jetzt wirds spannend. Hat Kenny also einen Vater-Komplex? Oder was bedeutet das alles?

Fakt ist, dass über die männlichen und weiblichen Gesetze der Anziehung schon viel geforscht wurde. Der Suchbegriff «Arsch oder Brüste» auf Google liefert eine Menge Artikel, Studien und Diskussionsforen, die sich der «Frage aller Fragen» angenommen haben – und dies nicht erst gestern. Schon 1968 wurden im Rahmen einer US-amerikanischen Studie 95 männliche College-Studenten gefragt, welche Silhouette einer Frau sie am attraktivsten finden.

Grosser Hintern zeugt von Fruchtbarkeit 

Bei Männern, die Brüste bevorzugten, wurde festgestellt, dass sie dazu neigen, gerne im Mittelpunkt zu stehen und gerne klassische «männliche» Aktivitäten zu betreiben, zum Beispiel körperintensive Sportarten. Das Forschungsteam schrieb damals zudem, die Vorliebe für Brüste stehe im Zusammenhang mit dem Bedürfnis «nach heterosexuellem Kontakt und Exhibitionismus.» Und: der Brust-Typ gehe mehr und regelmässiger auf Dates.

Auf der anderen Seite des Spektrums wurden Männer, die Hintern bevorzugten, «durch ein Bedürfnis nach Ordnung und Sauberkeit» charakterisiert. So weit, so gut. Spannender ist folgende Schlussfolgerung: Männer, die eher auf Hintern stehen, so das Fazit der Studie, sind in sozialen Situationen abhängiger vom anderen Geschlecht. Ein grosser Hintern gehe Hand in Hand mit breiteren Hüften, die im Unterbewusstsein mit einer grösseren Fähigkeit zum Kinderkriegen gleichgesetzt werden.

«Ich bin eher der Arsch-Typ»: War das die Antwort, die Sabrina hören wollte?

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Was die Mutter mit alldem zu tun hat

Ist Kenny als der «Bachelor» und neulich bekennender Arsch-Typ also wirklich auf der Suche nach der künftigen Mutter seiner Kinder? Und der Mutter-Komplex der Brüste-Liebhaber, den Sabrina angesprochen hat? Nun, diesen einen Mutter-Komplex gibt es nicht – er kann sich auf viele verschiedene Arten bemerkbar machen. Oft und ganz vereinfacht ist damit gemeint, dass Männer in ihren Partnerinnen sozusagen die eigene Mutter oder einen Mutter-Ersatz suchen.

Eben jemanden, der ihnen all die Liebe und Zuneigung gibt, die sie von der Mutter her kennen. Aber tönt das nicht eher nach dem Arsch-Typ? Hat da Sabrina was verwechselt? «Ich hab das irgendwo gelesen», sagt sie in der Sendung. Wobei wir wieder bei den Studien wären, von denen es unzählige gibt: Am Ende des Tages, beziehungsweise der «Bachelor»-Folge, sind wir nicht wirklich schlauer.

Nur eines scheint festzustehen: Der Arsch und die Brust geben zu diskutieren. Sie bewegen, sie lassen niemanden kalt. In einer Dating-Show nicht, im realen Leben genauso wenig. Und so hat wohl jede(r) eine Antwort auf diese so banale und doch so komplexe Frage parat.

Nie wieder Sex oder Internet? Der Bachelor im Today-Interview:

Quelle: ZüriToday / Tobias Matsch / Robin Luijten

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Quelle: 3+
veröffentlicht: 4. Oktober 2022 14:38
aktualisiert: 4. Oktober 2022 14:52