Ein Festival ganz ohne Bands

Lara Abderhalden, 6. Mai 2017, 09:46 Uhr
Beim «Festival ohne Bands» spielt sich das Leben auf dem Zeltplatz ab.
Beim «Festival ohne Bands» spielt sich das Leben auf dem Zeltplatz ab.
© festivalohnebands.de
Keine Headliner und keine einzige Band, die auftritt - und doch ist das Festival fast ausverkauft. In der Nähe von Ulm findet kommende Woche das «Festival ohne Bands» statt. Genau der richtige Ort für diejenigen, die nicht wegen der Musik an Festivals gehen.

Könnt ihr euch das vorstellen? Ein Festival ganz ohne Bands? Nein, wir auch noch nicht. Vom 11. bis 14. Mai findet in Hailtingen in der Nähe von Ulm das «Festival ohne Bands» statt. Wir haben mit dem Organisator David Lüke gesprochen.

David Lüke, wie kommt man auf die Idee, ein Festival ohne Bands durchzuführen?

Ich war mit einigen Kumpels am Rock im Park in Nürnberg. Wir hatten so viel Spass auf dem Campingplatz und dachten: Hey, warum geben wir so viel Geld für Festivalpässe aus? Nächstes Jahr gehen wir an ein Festival ohne Bands. Gesagt, getan.

Es ist das erste Festival dieser Art, warum glaubt ihr, dass es funktioniert?

Es braucht nicht viel, damit sich die Leute an einem Festival wohl fühlen. Ich meine, es gibt immer noch die Eckpunkte eines Festivals: Wir haben eine Festmeile, wir haben Bier- und Partyzelte und auch eine Bühne mit Lichtershows und Musik.

Nur keine Live-Musik...

Nein, bei uns gibt es die Red Hot Chili Peppers, Die Toten Hosen, Metallica und so weiter. Man kann sie nur nicht sehen, aber hören.

Glaubt ihr die Stimmung wird die gleiche sein?

Ich glaub, sobald der Besucher das erste Dosenbier öffnet, ist er in Festival-Stimmung. Es kommt ja oft vor, dass man am Zeltplatz selbst das grösste Fest hat. Trotzdem hat man das Gefühl, man müsse doch mindestens eine Band sehen und kann nicht einfach nur herumlümmeln. Bei uns muss man keine Bands sehen. Bei uns kann man einfach die Stimmung geniessen und für die Bands an ein anderes Festival gehen.

Geht es hauptsächlich ums «Saufen»?

Alkohol gehört dazu, ist aber nicht der Hauptbestandteil. Man kann Spiele machen, das ganze Festival über in den Unterhosen im Campingstuhl chillen oder worauf man halt gerade Lust hat. Wir sagen klar: Bei uns kannst du alles tun und lassen, was man sonst nur auf einem Festival-Campingplatz tun kann.

Was macht ihr, wenn jemand doch beginnt, ein Privatkonzert zu geben?

Wir haben nichts gegen Bands. Im Gegenteil! Wenn jemand auf dem Campingplatz Musik macht, zerschlagen wir ihm deswegen nicht die Gitarre. Acapella-Einlagen werden nicht unterbunden von uns. Die Festivalbesucher haben die Freiheit, zu tun was sie wollen. Mit oder ohne Musik.

Wie gut läuft der Vorverkauf?

Fantastisch! Wir haben bereits 1900 Tickets verkauft. Wir nehmen an, dass wir kurz vor Beginn des Festivals ausverkauft sein werden. Es gibt insgesamt 2000 Tickets.

Ein Ticket für das Festival kostet 20 Euro. Habt auch ihr Interesse? Hier geht's zum Vorverkauf.

 

Das Interview führte FM1-Moderator Beni Hofstetter. Lara Abderhalden hat das Interview verschriftlicht.

Lara Abderhalden
veröffentlicht: 6. Mai 2017 09:46
aktualisiert: 6. Mai 2017 09:46