Mit Jodeln gegen Rassismus

Nina Müller, 30. Januar 2019, 20:14 Uhr
Twitter/jogida
Twitter/jogida
Zwei Berlinerinnen wollen mit Jodelgesang gegen Rassismus kämpfen. Die beiden Frauen gehen an Demos und wollen so Protest mit Spass verbinden.

Elena (33) und Gaya (58) haben eine Jodel-Band der besonderen Art gegründet. Mit ihrem Gesang kämpfen sie gegen Rassismus und die Waffenlobby. Gemeinsam gehen sie auf Demonstrationen frei nach dem Motto: «Love Yodel! Hate Fasicism.» JOGIDA, die «Jodel-Offensive gegen Idiotisierung durch Angst»so nennen die Frauen ihre Organisation, ist aber nicht nur an Demonstrationen anzutreffen, sondern auch an Festivals, wie das Fusion und Queer-Veranstaltungen.

Kontroverse soll zum Nachdenken anregen

Die beiden Frauen haben sich für das Jodeln als Sprachrohr entschieden, weil ihnen die Kontroverse gut gefällt. «Viele denken bei Jodeln an Heimatkitsch oder Konservatismus. Aber wir jodeln ja auch nicht einfach nur so, sondern haben auch Texte mit dabei. Das gibt den Zuschauern einen Wiedererkennungswert und doch kommt dann so etwas Neues, Fremdes wie das Jodeln dazu», sagt Gaya in einem Interview mit «jetzt.de».

Dementsprechend ist auch die Reaktion der Zuschauer. Anfangs seien die Leute ziemlich irritiert. Die Texte der beiden Berlinerinnen sind sehr simpel und so geht es meist nicht lange, bis die Zuschauer beginnen, mitzusingen. «Es ist was Buntes, was Schönes und die meisten Leute lächeln und finden das lustig», sagt Gaya.

Jodel-Tutorials auf Youtube

Gaya und Elena wollen die Leute zum Nachdenken bewegen. Deshalb wollen sie auch irritieren, denn die beiden sind der Meinung, dass sie durch die Irritation Aufmerksamkeit bekommen und die Zuhörer sich für ihre Botschaften öffnen. Auf ihrer Website bieten sie Jodel-Tutorials an, mit dem Ziel, dass sich ihre Bewegung ausweitet. «Wir hoffen darauf, dass JOGIDA-Ableger gegründet werden», sagt Elena.

(nm)

 

Nina Müller
veröffentlicht: 30. Januar 2019 20:14
aktualisiert: 30. Januar 2019 20:14