Wie ein Fingerabdruck

Müssen wir zur Identifizierung bald vortanzen?

Christoph Thurnherr, 23. Januar 2020, 17:12 Uhr
Ihr Tanzstil identifiziert diese Frau eindeutig.
© istock
Fingerabdrücke sind von gestern. Finnische Forscher haben herausgefunden, dass unser Tanzstil so individuell ist, dass wir mühelos damit identifiziert werden können. Wie wir tanzen, verrät aber noch viel mehr über uns.

So einen Hüftschwung wie den von Shakira gibt es nur einmal. Da sind sich alle sicher. Auch den von Michael Jackson perfektionierten Moonwalk hat niemand mehr gleich hingekriegt. Ganz zu schweigen von Elvis seinem Pelvis.

Auch wenn die Dance-Moves der Stars besser aussehen als die von uns Normalsterblichen: Unsere sind genauso individuell. Ein aussergewöhnlicher Tanzstil ist nichts aussergewöhnliches, sondern die Regel. 

Ja, wir tanzen sogar so speziell, dass uns ein Algorithmus problemlos an unserem Tanzstil erkennen kann.

Gewisse Bewegungen bleiben immer gleich

Forscher aus Finnland haben herausgefunden, dass jeder Mensch völlig individuell tanzt. Zu dieser Erkenntnis gelangten sie allerdings aus Zufall. Eigentlich wollten Sie einen Algorithmus erschaffen, der erkennt, zu welchem Musikstil – zum Beispiel Reggae, Hip-Hop, oder Rock – Menschen tanzen.

Das Programm zeigte dafür allerdings kaum «Talent». Nur in 30 Prozent der Fälle lag der Algorithmus richtig. Dafür konnte er die verschiedenen Tanzstile mühelos den einzelnen Tänzern zuordnen.

Denn: Unsere persönliche Bewegungsart behalten wir bei, egal zu welcher Musik wir uns bewegen. Das erkennt das Programm mit Hilfe von Motion-Capture-Technologie (Ein Messsystem mit vielen am Körper befestigten Sensoren) in 94 Prozent der Fällen richtig. 

Bei Heavy Metal klappt's nicht

Allerdings gibt es auch Grenzen für die Personenerkennung. Denn die meisten Musikrichtungen lassen einen grossen Spielraum für Individualität zu. Bei Heavy Metal ist das laut den Forschern nicht der Fall. 

Da sich bei dieser Musik der Tanzstil des Headbangens etabliert habe und die meisten Leute deshalb auch so «tanzen» würden, falle dem Algorithmus die Identifikation schwerer. 

Neben der Identifikation liefert der Tanzstil eines Menschen auch sehr viele Informationen: Ob eine Person extrovertiert ist, Neurosen hat, was für eine Laune sie hat, oder sogar wie empathisch sie ist. Bleibt nur zu hoffen, dass wir in Zukunft bei der Polizei oder am Zoll nicht vortanzen müssen, um uns auszuweisen. 

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Januar 2020 15:54
aktualisiert: 23. Januar 2020 17:12